08.05.2026 Wirtschaft & Verkehr – ein

Bürgerbeteiligung oder Green Bonds

Klimaschutzmaßnahmen in Zeiten knapper Kassen

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Dr. Janosch Ondraczek (li.) und Frerk Meyer (re.) vom Klimabeirat begrüßten Roland Mayer von den Stadtwerken Winsen. Foto: ein

Buchholz – Nachhaltige Klimaschutzfinanzierung ist auch in Zeiten knapper Kassen in den Kommunen möglich. Das wurde bei der jüngsten öffentlichen Sitzung des Buchholzer Klimabeirats deutlich. Roland Mayer, Prokurist der Stadtwerke Winsen, und Jan Beitlich von der good response GmbH präsentierten verschiedene Beispiele und Wege, wie die Finanzierung sichergestellt werden kann.

Roland Mayer berichtete über den Solarpark Grevelau an der Autobahn 39, der mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern finanziert und im vergangenen Jahr in Betrieb genommen wurde. Die Anlage kann zehn Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren. Mehr als eine Million Euro der Gesamtinvestition von etwa 4,5 Millionen Euro wurde privat innerhalb weniger Minuten mittels einer Schwarmfinanzierung bereitgestellt. „Die intensive Bürgerbeteiligung hat dazu beigetragen, dass die Akzeptanz für das Projekt sehr groß war“, betonte Mayer. Auch deshalb habe man die Schwarmfinanzierung für den Solarpark gewählt. Nachdem das Pilotprojekt so gut funktioniert hat, wollen die Stadtwerke Winsen auch künftig auf die Bürgerbeteiligung bei größeren Infrastrukturmaßnahmen setzen. Gerade würden zwei Windparks geplant, die privat kofinanziert werden sollen, berichtete Mayer.

Jan Beitlich berichtete über nachhaltige Finanzierungsinstrumente in Form von kommunalen Anleihen, etwa sogenannten Green Bonds oder Sustainability-Linked Bonds. Dabei wird das Geld von privaten Investoren eingesammelt und entweder projektbezogen eingesetzt oder allgemein dem Haushalt zur Verfügung gestellt. Dieses Instrument eigne sich vor allem bei größeren Investitionen ab etwa 100 Millionen Euro, die auch mehrere Einzelvorhaben umfassen könnten, verdeutlichte Beitlich. Als positive Beispiele für eine derartige Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen nannte er Hannover (energetische Gebäudesanierung), Offenbach (Klimaanpassung) und Münster (unter anderem die Anschaffung von E-Bussen). Der Bedarf sei riesig, bis 2045 müsse die öffentliche Hand etwa 500 Milliarden Euro in Energie-, Verkehrs- und Gebäudeinfrastruktur investieren, sagte Beitlich.

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