07.05.2026 Ratgeber – Redaktion
Verhalten bei Hitzewellen
Tipps für Seniorinnen und Senioren

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Zwischen Hitzetagen mit Höchsttemperaturen von 30 Grad und mehr sowie der Zahl der stationären Behandlungen in den Krankenhäusern besteht ein direkter Zusammenhang. Und besonders häufig sind ältere Menschen betroffen, die aufgrund chronischer Erkrankungen vorgeschädigt sind. Das verdeutlichte Dr. Marco Dominick, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Krankenhaus Buchholz, jüngst bei seinem Vortrag „Klimawandel und Gesundheit, Folgen für Senioren“ auf Einladung des Klimaforums Buchholz.
Der Großteil der Patientinnen und Patienten, die aufgrund von Hitze in der Zentralen Notaufnahme landen, seien demnach zwischen 55 und 90 Jahre alt, berichtete Dominick. Die meisten von ihnen litten unter Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Parkinson, Demenz oder höhergradiger Adipositas. „Nierenfunktionsstörungen gehören zu den häufigsten Gründen für Krankenhausaufenthalte in Hitzewellen“, betonte Dominick. Ein Hitzschlag sei dagegen eher selten.
Der Internist und Altersmediziner gab verschiedene Empfehlungen zur Verhaltensanpassung während Hitzeperioden. Diese gelten vor allem für Seniorinnen und Senioren, aber auch für andere Personengruppen. Er rät, mindestens eineinhalb bis zwei Liter pro Tag zu trinken und einen Trinkplan zur Selbstkontrolle zu führen. Auch sollte man Alkohol während der Hitzewelle vermeiden und eher Mineralwasser als Leitungswasser trinken. Wasserreiches Obst und Gemüse wie Melone, Gurke, Tomate ergänzen sind ebenfalls eine Empfehlung, ebenso den Körper kühl zu halten (kühl duschen oder baden, Arm- und Fußbäder, feuchte Tücher und Wasserspray), Wohnung kühl halten (tagsüber schattieren, nachts lüften, feuchte Tücher aufhängen und natürlich auch körperliche Anstrengungen vermeiden.
Marco Dominick empfahl zudem, dass Angehörige ihre Verwandten und Bekannten auf die Gefahren der Gesundheitsschäden bei Hitze aufmerksam machen. Zudem solle man ein Auge auf Nachbarn haben, gerade wenn diese alleinstehend sind. Der Chefarzt verwies auch auf ein Hitzewarnsystem, das der Deutsche Wetterdienst seit 2004 betreibt, sowie Hitzeaktionspläne, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen vorliegen.
Die Folien des Vortrags von Dr. Marco Dominick sind in Kürze im Download-Bereich auf der Internetseite des Klimaforums Buchholz unter https://klimaforum.buchholz.de verfügbar.
