29.04.2026 Wirtschaft & Verkehr – ein

Naturschutzrechtlicher Ausgleich

Nachpflanzungen stärken wertvolle Alleen

Foto: Landkreis Harburg
Alleen sind wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Foto: Landkreis Harburg

Seit Jahrhunderten prägen Alleen die Landschaft. Die großen Bäume mit ihren ausladenden Kronen, die sich wie ein schützendes Dach schließen, sorgen für eine besondere Atmosphäre und besondere Lichteffekte. Im Sommer freut man sich am rhythmischen Licht-Schatten-Spiel, im Herbst an der bunten Farbenpracht. Doch die Alleen sind mehr als Bäume am Straßenrand, sie haben auch eine wichtige ökologische Funktion. Auch im Landkreis Harburg sind Alleen seit Jahrhunderten unverzichtbar. Und damit das in der Elbmarsch so bleiben kann, hat der Betrieb Kreisstraße dort 106 neue Bäume pflanzen lassen. Die Hochstämme ergänzen bestehende Alleen an der Kreisstraße 2 zwischen Tönnhausen und Oldershausen sowie an der Kreisstraße 50 zwischen der Landesstraße 217 und Laßrönne.

Dort wurden vor allem Spitzahorn, Stieleiche und Winterlinde gepflanzt. Das sind widerstandsfähige heimische Laubbaumarten, die dort bereits stehen und eine gute Prognose angesichts des Klimawandels haben. Bei der Maßnahme handelt es sich um Ersatzpflanzungen, weil vorhandene Bäume im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht entnommen werden mussten. „Mit den neuen Bäumen wird nicht nur ein naturschutzrechtlicher Ausgleich geschaffen, sondern vor allem der langfristige Erhalt der Alleen gesichert und der Alleencharakter gestärkt“, betont Tim Jargstorff, Leiter der Betriebsgemeinschaft Straßendienst (BGS).

Die Bedeutung von Alleen ist nicht zu unterschätzen. Wie grüne Adern durchziehen sie die Landschaft und verbinden so Naturräume miteinander. Sie sind wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, für Vögel ebenso wie für Flechten, Insekten und Fledermäuse, und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Darüber hinaus übernehmen Alleen wichtige ökologische Funktionen. Sie verbessern das Mikroklima, speichern Feuchtigkeit, dämpfen Wind und sorgen für angenehme Kühlung entlang der Straßen. Zudem tragen sie erheblich zur Luftreinhaltung bei. Straßenbäume können bis zu 70 Prozent der Feinstaubpartikel aus der Luft filtern. Ein einzelner Baum kann im Laufe eines Jahres bis zu eine Tonne Staub binden.

Alleen haben eine lange historische Tradition und sind seit der Antike fester Bestandteil des Straßenbaus. Die Wurzeln sorgten einst für Stabilität der Wege, die Kronen boten den Reisenden Schutz vor Regen, Wind und Sonne. Bundesweit säumen Millionen Alleebäume Deutschlands Straßen. Und so ist es nur folgerichtig, dass sich die Faszination der Alleen auch in Malerei und Literatur widerspiegelt. Nicht umsonst werden sie oft mit einem Stück lebendiger Architektur verglichen. Auch für Tim Jargstorff ist es keine Frage: „Alleebäume sind ein besonderes Gut und besonders erhaltenswürdig.“ Der Landkreis Harburg will daher die Ersatzpflanzungen von Straßenbäumen entlang der Kreisstraßen in den kommenden Jahren fortsetzen.

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