02.06.2026 Ratgeber – Redaktion
Es brummt und summt im Garten
Keine Angst vor Wespen und Hornissen

Wespen und Hornissen stehen unter besonderem Schutz, wenn das Nest eine Gefahr darstellt, kann es umgesiedelt werden. Foto: Landkreis Harburg / Nicole Zeisig
Mit den sonnigen und warmen Tagen kommen auch die Wespen und Hornissen. Doch das Image der schwarz-gelben Raubinsekten ist nicht das Beste. Während Bienen und Hummeln mit einem Lächeln bedacht werden, werden Wespen und Hornissen eher argwöhnisch beäugt. Denn sie bleiben nicht in den blühenden Blumenbeeten, sondern laden sich selbst zu Kuchen, Saft, Eis und Bratwurst auf die Terrasse ein. Da heißt es aufpassen. Der Ärger ist programmiert, die Angst vor Stichen groß. Doch so lästig die gelb-schwarzen Insekten vielen scheinen, so nützlich sind sie auch für die Bestäubung der Blüten. Wenn die Wespen aber nicht nur zur Stippvisite im heimischen Garten erscheinen, sondern sich vielleicht noch am Gartenhaus oder am Sitzplatz häuslich niederlassen, sind viele Bürgerinnen und Bürger verunsichert.
„Hilfe, wir haben ein Wespennest“ mit diesen oder ähnlichen Hilferufen wenden sich Bürgerinnen und Bürger fast täglich an Behörden, Feuerwehren, an die Polizei oder an Rettungsleitstellen. Was viele nicht wissen, Hummeln, Hornissen und andere Wespenarten stehen unter besonderem gesetzlichem Schutz und dürfen nicht verletzt oder gefangen werden. Die Abteilung Umwelt des Landkreises Harburg hat deshalb ein Netzwerk von ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern eingerichtet. 13 Ehrenamtliche bieten kompetent ihre Hilfe an und geben Tipps für den richtigen Umgang mit den gestreiften Fliegern. Dabei führen sie überwiegend Telefonberatungen durch, falls erforderlich beraten sie auch vor Ort.
Stellt das Nest tatsächlich eine Gefahr dar, sind die Beraterinnen und Berater ausgebildet, dieses art- und fachgerecht umzusiedeln. Die Expertinnen und Experten übernehmen wichtige Aufgaben. In erster Linie klären sie die Bevölkerung über die Lebensgewohnheiten dieser oft verkannten Wildtiere auf. Sie informieren über das richtige Verhalten gegenüber Wespen, Hornissen & Co. und bauen Vorurteile ab. So wird mehr Verständnis für die Tiere geweckt und die unnötige Zerstörung von Nestern verhindert. Vielfach ist die Bedeutung der Wespen und Hornissen für das heimische Ökosystem nicht bekannt. Dabei dienen sie als natürliche Schädlingsbekämpfer, indem sie täglich tausende Mücken, Fliegen und Blattläuse an ihre Brut verfüttern. Zudem bestäuben sie zahlreiche Pflanzen und beseitigen als Gesundheitspolizei tote Insekten.
Wespen und Hornissen bleiben nur für ein Jahr in ihrem Nest. Viele Probleme mit den kleinen Insekten lösen sich daher schon praktisch von allein. Außerdem ist es hilfreich, zu Beginn des Sommers den Garten nach Hinweisen auf eine mögliche Ansiedlung abzusuchen. Gerade unter Vordächern, im Gartenschuppen oder versteckt im Klettergerüst siedeln sich Wespen und Hornissen gern an. Die betroffene Stelle kann mit einem Wasser-Spülmittel-Gemisch benetzt werden und wird dann in den meisten Fällen von den Tieren gemieden. Alternativ funktionieren auch Essigessenz, Nelken- oder Zitronenöl. Wer beispielsweise eine Hornissenkönigin beim Nestbau beobachtet, kann versuchen, dass die Königin keinen Zugang mehr zu der Stelle hat und sich einen anderen Standort sucht. Wespen und Hornissen sind von Natur aus nicht aggressiv, sondern stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.
Die telefonischen Beratungen sind kostenlos. Lediglich für Beratungen vor Ort und die Umsiedlung des Nestes wird eine Gebühr erhoben. Die Kosten für die Umsiedlung eines Wespen- oder Hornissennestes belaufen sich auf 70 Euro und gegebenenfalls Materialkosten. Bei Ortsterminen fallen zusätzlich noch Fahrtkosten an. Die Telefonnummer des für den jeweiligen Ort zuständigen Beraters ist bei der Abteilung Umwelt des Landkreises Harburg, Telefon 04171 693296, im Internet unter www.landkreis-harburg.de/wespen sowie bei den Ordnungsämtern der Städte und Gemeinden zu erfahren.
Der Landkreis warnt vor unseriösen Schädlingsbekämpfern, besonders bei Angeboten aus dem Internet. Prüfen sollte man im Zweifel immer das Impressum einer Webseite und mehrere Anbieter vergleichen.
