21.10.2026 Ratgeber – Redaktion
Vermeidbare Risikofaktoren
Herzaktionstag mit Grippeschutzimpfung

Foto: SeegartenKlinik
Husten, Fieber und Gliederschmerzen, eine echte Grippe kann einen völlig aus der Bahn werfen. Die Influenza ist weit mehr als eine heftige Erkältung, sie belastet den gesamten Körper und stellt ein erhebliches Risiko für das Herz dar. Während der Grippewelle steigt die Zahl der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da der Stress durch Viren oder Bakterien das System zusätzlich gefährdet. Prävention ist daher essenziell.
Im Rahmen der bundesweiten Herzwochen bietet das Gesundheitsamt des Landkreises Harburg am 3. November beim Herzaktionstag eine Grippeschutzimpfung vor Ort an. Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 3. November, von 9.00 bis 13.00 Uhr im Gebäude A der Kreisverwaltung (Schloßplatz 6 in Winsen) statt.
Das kostenlose Angebot informiert über präventive Maßnahmen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie über Erste-Hilfe-Techniken. Zu jeder vollen Stunde gibt es Vorträge zu Themen wie herzgesunder Ernährung und korrekter Medikamenteneinnahme. Zudem wird erläutert, was bei einem Anruf über die 112 passiert. Interessierte können ihren Blutdruck, Blutzuckerspiegel oder BMI messen lassen. „Dies sind entscheidende Indikatoren für die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems“, erklärt Amtsärztin Astrid Schwemin.
Ein weiterer Programmpunkt ist Erste Hilfe mit dem Defibrillator, bei dem Besucher den Umgang mit dem Gerät selbst ausprobieren können. Kooperationspartner sind die Alte Rats-Apotheke, das Familienbüro Winsen, die Kreisvolkshochschule, die Rettungsleitstelle sowie der TSV Winsen.
Millionen Menschen in Deutschland leiden an Herzinsuffizienz. Über 20 Millionen haben Bluthochdruck, rund fünf Millionen an Durchblutungsstörungen (koronare Herzkrankheit) und bis zu vier Millionen an Herzschwäche.
Bei einer Herzschwäche kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, was auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln schädigen kann. Typische Symptome sind Atemnot, Leistungsschwäche sowie Ödeme in den Beinen. Auch das Gedächtnis kann beeinträchtigt werden.
Jährlich erleiden in Deutschland mehr als 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, und etwa 65.000 sterben am plötzlichen Herztod, oft, weil Warnsignale zu spät erkannt wurden. Laut dem aktuellen Deutschen Herzbericht sind Durchblutungsstörungen durch verengte Herzkranzgefäße die häufigste Todesursache.
Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde. Die Überlebenschance sinkt pro Minute um etwa zehn Prozent. Ein akuter Herzinfarkt tritt oft plötzlich auf, begleitet von brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein, die länger als fünf Minuten anhalten. Er kann sich jedoch auch unspezifisch durch Oberbauchschmerzen oder Übelkeit äußern. „Das Wissen um Warnzeichen und Risikofaktoren kann über das Überleben entscheiden“, betont Astrid Schwemin. „Besonders der oft schleichende Bluthochdruck ist ein Hauptrisikofaktor für Schlaganfälle und Herzinfarkte.“
Ein Herzinfarkt ist jedoch kein unvermeidbares Schicksal. Neben der Genetik werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig durch fünf vermeidbare Risikofaktoren ausgelöst, Bluthochdruck, hoher LDL-Cholesterinspiegel, Übergewicht, Diabetes und Rauchen. „Das Gefährliche ist, dass sich diese Faktoren gegenseitig verstärken.“ Daher sind Prävention und eine langfristige Änderung des Lebensstils entscheidend. Oft unterschätzt wird zudem Bewegungsmangel. Regelmäßige körperliche Aktivität ist ein wichtiger Schutzfaktor. Bereits ein täglicher, zügiger Spaziergang von zehn Minuten kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent senken.
