17.09.2026 Aktuelles – Redaktion
Exkursion und Entkusseln
Natur bewahren, Zukunft gestalten

Seit dem 1. Juli 2024 ist die „Wulmstorfer Heide“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Foto: ein
Wer die lila Heideflächen, die Wälder oder den Blick vom Bornberg genießt, kann kaum glauben, dass hier früher Schützenpanzer unterwegs waren. In gut 20 Jahren hat sich die Wulmstorfer Heide vom militärischen Übungsgelände zu einem wertvollen Lebensraum und Erholungsgebiet gewandelt. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg und ehrenamtliche Helfer erhalten dieses Refugium durch kontinuierliche Pflege. „Hier verbinden sich Naturschutz, Artenvielfalt und Naherholung“, sagt Ina Schlüschen von der Naturschutzstiftung.
Unter dem Motto „Natur bewahren, Zukunft gestalten“ lädt sie am Freitag, 9. Oktober, zu einer Exkursion ein. Treffpunkt ist um 18.00 Uhr am Parkplatz Königsberger Straße (hinter Hausnummer 101). Um die Landschaft zu erhalten, findet zudem am Samstag, 24. Oktober, von 11.00 bis 14.00 Uhr eine Entkusselungsaktion statt. Treffpunkt für Helfer ist um 10.30 Uhr in Neu Wulmstorf auf dem Max-Geyer-Platz. Anmeldungen für die Exkursion und die Entkusselung sind unter 04171 693296 oder per E-Mail an nlh@lkharburg.de möglich.
Das 272 Hektar große Gebiet ist seit dem 1. Juli 2024 als Naturschutzgebiet „Wulmstorfer Heide mit Bornberg“ geschützt. Heideflächen, Sandmagerrasen, Wälder und Feuchtlebensräume bieten seltenen Arten einen Lebensraum. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Waldumbau. Auf rund 50 Hektar werden strukturarme Nadelholzbestände schrittweise in artenreiche Mischwälder umgewandelt. Eine Herausforderung ist dabei die invasive Spätblühende Traubenkirsche, die lichte Waldbereiche verdrängt und regelmäßige Pflege erfordert.
Im Zuge des Waldumbaus werden Kiefern, Fichten und Japanische Lärchen entnommen. Bereits über 70.000 heimische Laubbäume wie Buchen, Linden und Eichen wurden gepflanzt, weitere folgen. Diese Mischwälder sind widerstandsfähiger gegen Klimawandel, Hitze und Trockenheit.
Während der Wald langfristig wächst, benötigt die offene Heide gezielte Pflege, wie etwa Entkusselungsaktionen. Eine Herausforderung war zuletzt der Befall durch den Heideblattkäfer, der die Heidepflanzen stark entlaubte. Um die Bestände zu unterstützen, wurden im vergangenen Winter auf elf Hektar Pflegemaßnahmen durchgeführt, bei denen Teile der Vegetationsschicht abgetragen wurden, um neuen Austrieb zu ermöglichen. „Ziel ist nicht die kurzfristige Optik, sondern ein langfristig vitaler Bestand“, betont Ina Schlüschen. Erste Erfolge zeigen sich bereits durch neue Blüten.
Regelmäßige Pflege ist auch wichtig, um zu verhindern, dass Birken und Kiefern die Heideflächen verbuschen lassen. So bleibt der besondere Lebensraum für spezialisierte Arten erhalten.
