16.09.2026 Wirtschaft & Verkehr – Redaktion
Vom chinesischen E-Auto-Markt lernen
Internationale Geschäfte brauchen internationale Kompetenz

Rund 120 Gäste beteiligten sich bei der Diskussion über geopolitische Verschiebungen, technologische Umbrüche und veränderte Märkte. Foto: ein
Fleestedt – Was in China, den USA oder an den internationalen Finanzmärkten passiert, wirkt sich direkt auf regionale Unternehmen aus. Wie geopolitische Verschiebungen, technologische Umbrüche und veränderte Märkte den Mittelstand herausfordern und welche Chancen sich daraus ergeben, stand im Mittelpunkt eines Business-Frühstücks der Sparkasse Harburg-Buxtehude und des Autohauses Kuhne & Witte. Rund 120 Gäste diskutierten in Fleestedt die Frage: Wie kann der regionale Mittelstand in einer komplexen Welt erfolgreich bleiben?
Oliver Bohn, Geschäftsführer von Kuhne & Witte, zeigte am Beispiel der Automobilindustrie, wie rasant Märkte sich verändern. China hat sich binnen weniger Jahre zum führenden Markt für Elektromobilität entwickelt, der Anteil von E-Autos stieg dort in vier Jahren von etwa 5 auf 50 Prozent. Die daraus resultierenden Überkapazitäten drängen nun auf den europäischen Markt. Kuhne & Witte hat bereits 2024 mit der Marke XPENG einen chinesischen Hersteller ins Portfolio aufgenommen. Bohn sieht darin ein Beispiel für die frühzeitige Anpassung an neue Wettbewerber und Kundenbedürfnisse, da Kunden heute rationaler, preisbewusster und weniger markengebunden entscheiden.
Seine Botschaft: „Jeder Unternehmer sollte sich fragen, was in seinem Geschäft der Diesel ist.“ Da sich Gelerntes schnell ändern kann, müssen Unternehmen Veränderungen früh erkennen und ihre Geschäftsmodelle konsequent weiterentwickeln.
Thomas Mattis, Leiter Vertrieb bei der S-International Niedersachsen-Bremen, thematisierte die Herausforderungen im internationalen Geschäft, dynamische Lieferketten, volatile Währungen und komplexe Zahlungsströme. Die S-International verbindet dabei ein internationales Expertennetzwerk mit regionaler Nähe. „Weltweit agieren, aber regional entscheiden“, so Mattis. Persönliche Nähe schaffe das nötige Vertrauen für gute Geschäfte.
Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt der LBBW, beleuchtete den geopolitischen Rahmen. Er bezeichnete die Volatilität der US-Handelspolitik als „Gift für die Wirtschaft“ und betonte Chinas enormes Tempo. Während Europa resilient bleibe, sieht Kraemer für Deutschland strukturelle Probleme. Es werde zu wenig in Zukunftstechnologien investiert. Seine Diagnose: „Wir haben nicht mehr die Produkte, die die Menschen haben wollen.“
Anstatt an der Vergangenheit festzuhalten, müsse man „die Zukunft umarmen“. Deutschland besitze mit seinen Hochschulen und der Forschung exzellente Voraussetzungen, müsse aber neue Geschäftsmodelle schneller realisieren und den europäischen Binnenmarkt stärken.
Der Mittelstand kann globale Entwicklungen nicht beeinflussen, aber lernen, sie frühzeitig zu erkennen. Sparkasse Harburg-Buxtehude und S-International verstehen sich hierbei als Partner, die internationale Expertise mit regionaler Nähe verbinden.
Kristina Reymann, Direktorin Firmenkunden der Sparkasse Harburg-Buxtehude, hob die wertvollen unterschiedlichen Perspektiven der Experten hervor. Frederik Schröder, Vorstandsmitglied der Sparkasse Harburg-Buxtehude, betonte abschließend die Kompetenz der Bank: „Mit der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der S-International können wir Unternehmen auch im internationalen Geschäft jederzeit umfassend begleiten.“
