21.10.2026 Aktuelles – Gerd Demitz

Vor oder zurück?

Ab 25. Oktober gilt wieder Normalzeit

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Die „Winterzeit“ beginnt. Eine geschenkte Stunde? Von wegen! Im Frühjahr haben wir sie verliehen, jetzt bekommen wir sie zurück. Und zugleich auch frühere längere Nächte. Doch bringt das Drehen an der Uhr denn überhaupt etwas? Es sollte doch längst Geschichte sein.

Tatsächlich ist die mitteleuropäische Zeit (MEZ) die normale Zeit und heißt offiziell deshalb auch Normalzeit, nicht Winterzeit. Dass wir uns den ganzen Sommer lang eine Stunde früher aus dem Bett schälen, wurde uns behördlich verordnet und geschieht so alljährlich seit dem 6. April 1980. Nach der Ölkrise 1973 hatte man gehofft, mit der Sommerzeit Energie einzusparen, indem man das Tageslicht besser ausnutzt. In dieser Hinsicht hat sich die MESZ nicht ausgezahlt.

Eigentlich gilt Benjamin Franklin bis heute als Auslöser für die Zeitumstellung. Doch so ganz richtig ist das nicht. Denn er soll lediglich im Jahre 1784 scherzhaft vorgeschlagen haben, durch früheres Aufstehen Kerzen zu sparen. Die Uhr umzustellen, war eigentlich nicht sein Vorschlag. Als Wissenschaftler errechnete er auch gleich, wie viele Kerzen und wie viel Lampenöl man sparen könne, wenn man die Zeit umstellen würde. Wenn 100.000 Pariser Haushalte in der Sommerzeit sieben Stunden lang Kerzen brennen ließen, könnte man rund 64 Millionen Pfund Wachs einsparen.

Im März 2019 diskutierte die EU über die Zeitumstellung und einigte sich darauf, sie ab 2021 abzuschaffen. Allerdings wurde die Abschaffung der Zeitumstellung bis heute nicht umgesetzt, da keine ausreichende Mehrheit der 27 EU-Länder vorliegt. Hinzu kommt die Frage, ob man sich auf die Winter- oder Sommerzeit einigen soll. Aktuell ist der Plan, dass die Umstellung mindestens bis Ende 2026 beibehalten wird. Was danach passiert, soll erneut diskutiert werden.

Mediziner warnen, die Zeitumstellung ist kein harmloser Zeitsprung, sondern ein Mini-Jetlag mit Nebenwirkungen. Herzinfarkte, Schlafstörungen, schlechte Laune – alles inklusive. Besonders betroffen sind Teenager, Senioren und alle, die morgens schon mit dem Wecker diskutieren. „Ich hab eine Stunde gewonnen und direkt in Schlummern investiert“, so ein  Zeitreisender aus Jesteburg.

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