07.07.2026 Ratgeber – ein

Verständnis für Demenzkranke fördern

DRK-Tagespflege Süderelbe testet Demenz-Simulation

Foto: DRK Harburg
DRK-Tagespflegeleiterin Katrin Bleisch und Rentnerin Ilse testeten eine VR-Brille, die den Alltag von dementen Personen simuliert. Foto: DRK Harburg

Neugraben – Die DRK-Tagespflege Süderelbe betreut täglich 19 Gäste. Von 8.00 bis 16.00 Uhr stehen Gedächtnistraining, Mahlzeiten, Spiele und Ruhepausen auf dem Programm. Da viele Gäste von Demenz betroffen sind, wird aktuell eine VR-Brille getestet, um das Verständnis für die Erkrankung zu fördern.

An einem warmen Tag im Juni testet die 82-jährige Ilse die VR-Brille. Die Rentnerin, die früher ihre demenzkranke Mutter pflegte, befindet sich in einer virtuellen Küche. Als sie versucht, eine simulierte Suppe umzurühren, greift sie plötzlich nach einer Haarbürste statt nach einem Löffel, eine irritierende Erfahrung, die die Realität der Erkrankung verdeutlicht.

Der Testlauf der VR-Brillen in der Tagesstätte soll Angehörigen helfen, die kognitiven und emotionalen Einschränkungen von Demenzerkrankten besser nachzuvollziehen. Auch die Leitung und das Team haben die Technik bereits getestet. Tagespflegeleiterin Katrin Bleisch erklärt, dass die Brillen dabei unterstützen können, sich mit den neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Ilse ergänzt: „Man sollte sich darüber klar sein, dass man etwas verliert. Und man muss lernen, auf die Dinge zu schauen, die noch da sind.“

Da die Symptome bei den Gästen unterschiedlich stark ausgeprägt sind, setzt das erfahrene Team auf individuelle Betreuung. „Der Alltag mit dementen Angehörigen ist sehr herausfordernd“, so Bleisch. „Unser Angebot bietet wichtige Entlastung und wertvolle Atempausen, damit Angehörige wieder Kraft schöpfen können.“

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