07.08.2026 Kunst & Kultur – Redaktion

Ein berührendes Zeichen

„Trauerndes Kind“ kehrt nach Harburg zurück

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Helena Kamp vom Landeskriminalamt Hamburg (v.li.n.re.), Christian Carstensen (Bezirksamtsleitung), Pastorin Sabine Kaiser-Reis (Kirchengemeinde Harburg-Mitte), Mike Rabe (Gießerei Edel & Stahl) sind erfreut, dass die Skulptur bald wieder an ihrem angestammten Platz zu sehen sein wird. Foto: ein

Harburg – Die Bronzeskulptur „Trauerndes Kind“ wurde von der Polizei sichergestellt und an das Bezirksamt Harburg übergeben. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Harburg-Mitte werden nun die nächsten Schritte vorbereitet, um das Werk nach der Restaurierung an seinen ursprünglichen Standort zurückzubringen.

Der Diebstahl im vergangenen Jahr hatte in Harburg große Betroffenheit ausgelöst. Umso größer ist die Erleichterung über die Wiederauffindung durch das Landeskriminalamt der Polizei Hamburg auf der Veddel im Winter 2025. Trotz erheblicher Beschädigungen kann die Skulptur fachgerecht restauriert werden.

Bezirksamtsleiter Christian Carstensen: „Das Trauernde Kind hat rund vierzig Jahre lang ein berührendes Zeichen gegen das Großmachtstreben gesetzt. Der Diebstahl vor fast einem Jahr war bestürzend, weshalb der Fahndungserfolg der Hamburger Polizei sehr hoch einzuschätzen ist. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz. Nach der Reparatur wird die Figur gemeinsam mit der Kirchengemeinde Harburg-Mitte zügig wieder aufgestellt. Dann wird im Harburger Zentrum wieder sichtbar, dass Krieg, Hass und Hetze zu Elend führen.“

Helena Kamp, Landeskriminalamt: „Das Verfahren wurde mir als Sachbearbeiterin für Kunstdelikte beim LKA19 zugewiesen. Wir sind eine kleine Einheit, die neben Wohnungseinbrüchen auch Kunst- und Kulturgutdelikte bearbeitet und eng mit anderen Behörden vernetzt ist. Leider werden Statuen aus dem öffentlichen Raum häufig entwendet, da Täter oft nur auf den Materialwert abzielen. Durch die Zusammenarbeit mit möglichen Endabnehmern konnten wir bereits letztes Jahr eine entwendete Statue aus Malmö sicherstellen. Anfang dieses Jahres nahm ein Endabnehmer Kontakt auf und teilte mit, dass Mitarbeiter die Statue (in zwei Teilen) gefunden haben. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hamburg konnte die Statue an das Bezirksamt ausgehändigt werden. Täter konnten bisher nicht ermittelt werden.

Die Skulptur des Künstlers Hendrik-André Schulz entstand 1988. Zusammen mit der Skulptur „Harburger Soldat“ bildet sie vor der St. Johanniskirche ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Das weinende Kind inmitten zerschossener Helme macht deutlich, dass Kriege auch Kinder und Familien zu Opfern machen. Auf Initiative des Friedenspolitischen Zentrums Harburg entstand so ein Ort des Gedenkens.

Die Figur ist Teil des Harburger Kunstpfades mit insgesamt 26 Kunstwerken. Seit ihrer Aufstellung gehört das „Trauernde Kind“ zu den prägenden Kunstwerken des Bezirks. Die Gießerei Edel und Stahl hat bereits zugesagt, die Restaurierungsarbeiten zu übernehmen. Parallel dazu bereiten das Bezirksamt Harburg und die Kirchengemeinde Harburg-Mitte die Wiederaufstellung vor.

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