05.05.2026 Aktuelles – ein
Schutz für von Gewalt betroffene Frauen
Gemeinde Seevetal stellt Räumlichkeiten zur Verfügung
Mit der Unterzeichnung einer neuen Kooperationsvereinbarung ist ein wichtiger Schritt zum Schutz gewaltbetroffener Frauen gelungen. In der Gemeinde Seevetal entstehen zusätzliche Schutzplätze, die von der AWO betrieben werden. Nun finden auch Frauen mit älteren Söhnen einen Schutzplatz.
„Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit der AWO. Der Schutz vor Gewalt ist kein Randthema, sondern eine Frage der Menschenwürde und der Grundrechte. Deshalb ist mir die getroffene Vereinbarung mit der AWO ein Herzensanliegen“, so Bürgermeisterin Emily Weede. „Dass wir damit nun auch Platz für Frauen mit älteren Söhnen schaffen, hilft dabei, eine bestehende Versorgungslücke zu verringern.“
Die Kooperation ist auch für Frau Meinhold-Engbers, Geschäftsführung der AWO, ein echter Meilenstein. Sie macht sich schon seit vielen Jahren für mehr Schutzplätze im Landkreis Harburg stark. Wie dringend solche Kooperationen sind, zeigt ein Blick auf die Instanbul-Konvention des Europarats. Demnach sollte pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein Frauenhausplatz zur Verfügung stehen. Das wären im Landkreis Harburg 26 Plätze, seit 1989 sind es acht. Die Gemeinde Seevetal hat nun zum 1. Mai zwei gemeindeeigene Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und an die AWO vermietet.
„In diesem Bereich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nichts getan“, weiß Frau Meinhold-Engbers, „Dabei sollte allen bewusst sein, dass es sich bei häuslicher Gewalt nicht um persönliches Unglück, sondern um ein strukturelles Problem handelt. Wir sind der Gemeinde Seevetal sehr dankbar, dass sich hier nun neue Möglichkeiten auftun.“ Da die unzureichende Versorgung im Landkreis allgemein bekannt ist, konnte die Förderung durch das Land Niedersachsen und den Landkreis schnell abgerufen werden. Die bestehende Unterversorgung hat unmittelbare Folgen für die betroffene Frauen. Das weiß niemand so gut wie Lara Rieckmann, Leiterin des Frauenhauses Buchholz. Sie organisiert die Hilfe im Landkreis und spricht aus unmittelbarer Erfahrung: „Im vergangenen Jahr mussten wir 182 Frauen, die Hilfe benötigt hätten, abweisen. Insbesondere Frauen mit Söhnen über 12 Jahren können wir in unserem Frauenhaus nicht aufnehmen. Mit der Kooperation haben wir einen ganz neuen Handlungsspielraum.“
Angelika Tumuschat-Bruhn, die nicht nur Ratsvorsitzende in Seevetal ist, sondern auch Vorsitzende des AWO Kreisverbands Harburg Land ergänzt: „Mit der neuen Kooperation bekommen gewaltbetroffene Frauen eine Möglichkeit, den ersten Schritt in ein neues Leben zu gehen. Wenn auch nur eine Frau früher Hilfe bekommt, sich aus einer Gewaltbeziehung befreien kann und einen neuen Anfang schafft, dann hat sich jeder Einsatz gelohnt.“
