18.06.2026 Aktuelles – ein

Leben mit Behinderung

Ein Buch als Ausgangspunkt

Ehestorf – Was bedeutet Glück? Die Ausstellung „Glück inklusive – Unser Leben mit Behinderung“ ist bis Sonntag, den 23. August im Freilichtmuseum am Kiekeberg zu sehen. Die Ausstellung befindet beim Windrad vor dem Ausstellungsgebäude und ist im regulären Museumseintritt enthalten. Sie wird gefördert durch die „Aktion Mensch“, die Lebenshilfe Lüneburg-Harburg und das „studio mensch“.

Im Mittelpunkt stehen 37 Menschen aus den Landkreisen Harburg und Lüneburg. Sie berichten aus ihrem Alltag, von Krisen und von Wendepunkten. Museumsdirektor Stefan Zimmermann betont die besondere Bedeutung der Ausstellung für das Museum: „Die Ausstellung macht sichtbar, was Inklusion bedeutet. Menschen erzählen ihre eigenen Geschichten und geben Einblicke in ihr Leben. Diese persönlichen Perspektiven bereichern unser Museum, zeigen, wie vielfältig Lebenswege sind und wie wichtig Teilhabe für alle Menschen ist.“

Besucherinnen und Besucher erleben die Ausstellung als begehbare Installation auf dem Außengelände des Museums. Zwei Module mit jeweils zwölf Texttafeln rund um das Windrad vermitteln unterschiedliche Perspektiven. Porträtfotografien ergänzen die Texte und zeigen die Menschen hinter den Geschichten.

Ein Beispiel ist die Geschichte von Michael Böhm. Sein Sohn fiel als Kind plötzlich ins Koma. Bei ihm wurde ein Gehirntumor diagnostiziert. Heute, als Erwachsener, lebt er in einem inklusiven Wohnheim. Die Diagnose veränderte das Leben der Familie. Die Ausstellung zeigt, wie Familien mit solchen Einschnitten umgehen, neue Wege finden und wie Glück trotzdem inklusive ist.

Initiiert wurde das Projekt von Dagmar Pitters, Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. Gemeinsam mit der Journalistin Carolin George und dem Fotografen Matthias Mensch entstand zunächst ein Buch, welches während der Laufzeit der Ausstellung im Museumsladen und darüber hinaus im freien Verkauf erhältlich ist. Die Publikation kostet 29 Euro. Am Sonntag, dem 12. Juli liest Carolin George um 12.00 Uhr im Vortragssaal des Museums aus dem Begleitband.

„Inklusion gehört seit Jahrzehnten zum Selbstverständnis des Museums und ist bei uns auch im Arbeitsalltag fest verankert. Wir lernen täglich voneinander“, berichtet Carina Meyer, kaufmännische Geschäftsführerin des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Seit Ende der 1980er Jahre arbeiten im Freilichtmuseum 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderung, 16 Mitarbeiter sind auf dem Museumsbauernhof in Wennerstorf beschäftigt, einer Außenstelle des Museums. Vor Ort werden die Mitarbeiter von einer Fachkraft bedarfsgerecht unterstützt. Seit Herbst 2008 bietet das Wohnheim in Wennerstorf, eine Einrichtung der Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg, 13 Menschen mit Behinderung eine Wohnmöglichkeit. Von Anfang an arbeitet das Museum in allen drei Einrichtungen eng mit der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg zusammen.

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe, die am Freilichtmuseum am Kiekeberg beschäftigt sind, gehören nicht zu den 37 porträtierten Personen der Ausstellung, kennen aber einige der vorgestellten Personen. „Ich kenne zwar die Gesichter, aber die Geschichte dahinter kenne ich oft nicht. Durch die Ausstellung verstehe die Menschen besser und weiß, warum manche vielleicht anders ticken“, berichtet Maike Plästerer, Mitarbeiterin der Lebenshilfe am Kiekeberg. „Es ist toll, dass die Ausstellung hier zu sehen ist. Gerade hier am Kiekeberg ist es ein schönes Miteinander und jeder unterstützt jeden“, ergänzt sie.

Der Museumseintritt für Erwachsene beträgt 12 Euro, ist für Personen unter 18 Jahren und für Fördervereinsmitglieder frei.

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