21.01.2026 Wirtschaft & Verkehr – Redaktion

Siegerentwurf liegt vor

Konzept zur Umgestaltung der Lüneburger Straße vorgestellt

 © Bruun und Möllers
Die Visualisierung der „Fußgängerzone Süden“. © Bruun und Möllers

Harburg – Nach fast 50 Jahren als Fußgängerzone soll die Lüneburger Straße in Harburg ein neues Gesicht bekommen. Der Siegerentwurf für die Umgestaltung ist am 21. Januar vom Bezirksamt vorgestellt worden. Die historische Haupt-Einkaufsstraße wird neu gepflastert. Außerdem sollen Bäume und Grün-Inseln gepflanzt sowie Wasserspiele installiert werden.

Die Lüneburger Straße zählt zu einer den meistfrequentierten Bereichen Hamburgs und stellt einen wichtigen Bedeutungsraum für den Fußverkehr dar. Die Fußgängerzone hat eine wichtige Funktion, sie verbindet die Bereiche der Innenstadt rund um die S-Bahnstation Harburg Rathaus. Die Lüneburger Straße bildet zudem einen zentralen Abschnitt der städtebaulichen Entwicklungsachse zwischen Schlossinsel und Harburger Bahnhof. 

Jedoch ist die Fußgängerzone Lüneburger Straße sowie die angrenzenden Straßen in die Jahre gekommen und ihre Gestaltung nicht mehr zeitgemäß. Folglich sind der Aufenthalt, das Flanieren und Verweilen für Fußgängerinnen und Fußgänger verbesserungsbedürftig. Die Weiterentwicklung der Lüneburger Straße spielt eine zentrale Rolle für die Harburger Innenstadt und das RISE-Gebiet der Harburger Innenstadt. Mit der geplanten Neugestaltung soll nicht nur die grundlegende Instandsetzung erfolgen, sondern auch hochwertige, einladende Stadträume geschaffen werden, welche die Bedeutung der Lüneburger Straße für die Harburger Innenstadt hervorheben.

Um die Verbindungsachse zwischen Rathausplatz und Lüneburger Straße zu optimieren soll künftig auch der Deichhausweg zu einer Fußgängerzone umgestaltet werden. Das Gebiet ist durch einen starken Parksuchverkehr gekennzeichnet, künftig wird der Durchgangsverkehr nicht mehr möglich sein. Es sollen Bordsteine abgesenkt und die eingeschränkt nutzbaren Parkplätze entfernt werden. Die Straße soll niveaugleich ausgebaut werden. Die Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Personen werden ortsnah ersetzt. Taxen und Parkstände mit E-Ladesäulen sollen erhalten bleiben.

Für diese ambitionierte Aufgabe wurde 2025 ein zweiphasiger freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Das 11.000 Quadratmeter große Gebiet erstreckt sich im Harburger Zentrum über die Lüneburger Straße, das Lüneburger Tor, die Bremer Straße, die Amalienstraße und den Deichhausweg. Es wurden zehn Teams aus Ingenieurbüros für Tiefbau und Landschaftsarchitekturbüros eingeladen, Beiträge für ein zukunftsweisende und gleichzeitig robuste Gestaltungskonzept zu entwickeln.

Die Teams sollen innovative Ansätze für die stadtklimatische Anpassung und in Vorbeugung auf Klimafolgen (Starkregen, Hitze, Trockenheit) erarbeiten und die Lüneburger Straße ansprechend gestalten. Dabei sollen die vorhandenen Bäume erhalten bleiben, obgleich durch die Grundinstandsetzung im Erdreich nicht ausgeschlossen ist, dass einzelne Bäume in der Umbauphase entfernt werden müssen. Die Grundinstandsetzung umfasst die Erneuerung aller Asphalt- und Tragschichten der Straße. Das Projekt wird je zu einer Hälfte aus Mitteln aus dem Bündnis für den Fuß- und Radverkehr und dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung finanziert.

Nach Auswahl des Wettbewerbssiegers durch ein hochkarätig besetztes Preisgericht im Spätsommer 2025, erfolgt die Weiterbeauftragung eines Teams mit der konkreten Planungs- und Ausführungsplanung in 2026. Mit dem Umbau der Fußgängerzone in verschiedenen Bauabschnitten wird im Jahr 2027 gerechnet. Eine Fertigstellung ist in 2028/29 projektiert.

Christian Carstensen, Bezirksamtsleiter Harburg sagt dazu: „Die Lüneburger Straße bildet zusammen mit der Seevepassage und dem Marktplatz Sand die zentrale Einkaufsmeile für den Bezirk und das gesamte Umland. Es wird Zeit, diesem identitätsstiftenden Ort ein modernes und ansprechendes Äußeres zu verleihen. Das Wettbewerbsergebnis unterstreicht den ernsthaften Willen der Stadt, die Lüneburger Straße für die vielen heutigen Nutzerinnen und Nutzer attraktiver zu machen und früheren und künftigen Gästen in Zukunft einen Grund zum Neuentdecken zu geben. Allen Beteiligten, die zu der jetzt vorliegenden Planung beigetragen haben, danke ich herzlich.“

Im freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb haben neun Teams zukunftsweisende Konzepte erarbeitet. Fünf Teams wurden ausgewählt, ihre Entwürfe in einer zweiten Phase zu überarbeiten. Während des gesamten Verfahrens wurden Bürgerinnen und Bürger, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Gewerbetreibende aktiv eingebunden und ihre Hinweise konnten in die Planung einfließen. Das Preisgericht entschied sich am Ende einstimmig für das Konzept von Bruun und Möllers mit BRP.

Nach erfolgreicher Beendigung des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbs wird nun die Planung gestartet. Die Planungskosten umfassen rund 800.000 Euro und werden je zur Hälfte aus RISE-Mitteln und Mitteln der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) finanziert.

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