27.04.2026 Ratgeber – Redaktion
Aufruf zum „abpflastern“
Verbesserung des Stadtklimas
Neu Wulmstorf – Die Gemeinde Neu Wulmstorf nimmt dieses Jahr das erste Mal an dem Wettbewerb „abpflastern“ teil, der seit 2025 von der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz organisiert wird. Ziel des Wettbewerbs ist es, auf dem Gebiet der Gemeinde möglichst viele Quadratmeter Fläche zu entsiegeln.
Dabei können nicht nur Verwaltungen, sondern auch Privatpersonen, Unternehmen, Vereine oder Schulen teilnehmen – eigentlich also alle, die Lust (und versiegelte Fläche) haben. Am Ende werden alle entsiegelten Flächen in der Gemeinde zusammengerechnet und fließen in die gemeinsame Team-Wertung ein. Es können also auch mit der Entsiegelung vieler kleiner Flächen große Veränderungen entstehen.
Das Projekt ist am 21. März gestartet und geht noch bis zum 31. Oktober. Wer selbst Flächen auf seinem Grundstück entsiegeln möchte, macht zunächst ein Foto der versiegelten Fläche und nimmt dann die Entsiegelung im Zeitraum bis 31. Oktober vor. Anschließend die entsiegelte Fläche nochmals fotografieren und die Fläche inklusive Fotos auf der Wettbewerbs-Website eintragen. Bei technischen Schwierigkeiten kann auch die Stabsstelle Klima- und Fördermanagement der Gemeinde Neu Wulmstorf beim Eintragen behilflich sein.
Die Entsiegelung von Flächen, also die Entfernung undurchlässiger Materialien wie Beton oder Pflastersteine, ist aus vielen Gründen eine gute Entscheidung für den Hochwasserschutz und Wasserkreislauf. Auf versiegelten Flächen kann Regenwasser nicht versickern und somit auch nicht ins Grundwasser gelangen. Durch eine Entsiegelung kann Niederschlagswasser wieder vom Boden aufgenommen und in den Wasserkreislauf zurückgeführt werden. Versiegelte Böden heizen sich stark auf und begünstigen die Bildung von Hitzeinseln. Eine Entsiegelung und anschließende Begrünung der Fläche sorgen für Verdunstungskühlung, was die Umgebungstemperatur spürbar senkt. Dadurch verbessert sich die Aufenthaltsqualität und das Risiko für Gesundheitsschäden sinkt. Durch die zurückgewonnene Durchlässigkeit des Bodens für Luft und Wasser wird die Fläche wieder zu einem Lebensraum. So können neben Mikroorganismen auch Tiere und Pflanzen hier Platz finden und die Biodiversität in der Gemeinde steigern.
Die Baubetriebshof der Gemeinde entsiegelt derzeit immer mehr alte Baumstandorte, die mit Pflastersteinen versiegelt sind. Dann kann wieder Wasser versickern und es entsteht Raum für grün.
Es sollte aber vorab mit Flächeneigentümern oder gegebenenfalls auch mit der zuständigen Stelle für Denkmalschutz beim Landkreis Harburg geklärt sein, ob die Fläche auch entsiegelt werden darf.
