04.11.2026 Wirtschaft & Verkehr – Redaktion
Wie robust sind die Kapitalmärkte?
Zwischen geopolitischen Krisen und KI-Boom
Buchholz – Wie beeinflussen geopolitische Konflikte die Weltwirtschaft? Welche Bedeutung hat künstliche Intelligenz für das Wachstum und was bedeutet das für die Kapitalmärkte? Unter dem Titel „Zukunft im Blick: Wie Geopolitik und künstliche Intelligenz die Wirtschaft verändern“ lud die Sparkasse Harburg-Buxtehude zu ihrer größten Privatkundenveranstaltung ein. Markus Zipperer, Senior Investmentstratege der Deka, lieferte dazu einen informativen Vortrag.
In seiner Begrüßung betonte Frederik Schröder, Vorstandsmitglied der Sparkasse Harburg-Buxtehude, die Bedeutung regionaler Verwurzelung und persönlicher Beratung. Die Sparkasse investiere in die Zukunft ihrer Standorte und die Digitalisierung, sehe digitale Angebote jedoch als Ergänzung zur persönlichen Beratung, nicht als Ersatz.
Markus Zipperer analysierte die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. Trotz Krisenherden wie dem Ukraine-Krieg, Spannungen im Nahen Osten und hoher Energiepreise entwickelten sich die Aktienmärkte positiv; so verdoppelte sich der DAX in den letzten vier Jahren.
Die Erklärung liegt in der globalen Perspektive. Während das deutsche Wachstum moderat bleibt, wächst die Weltwirtschaft um etwa drei Prozent. Da viele DAX-Unternehmen rund 80 Prozent ihres Geschäfts im Ausland tätigen, bildet der DAX nicht die rein deutsche Konjunktur ab. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Inflation, die durch Energiepreise getrieben wird, weshalb die Zinserhöhungen der Notenbanken nachvollziehbar seien.
Ein Schwerpunkt lag auf der künstlichen Intelligenz. In den USA ist der KI-Sektor ein wesentlicher Wachstumstreiber. Die Investitionen der „Big Five“ (Amazon, Google, Meta, Microsoft und Oracle) sollen von rund 150 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf etwa 1.100 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahr steigen. Entscheidend wird sein, ob diese Investitionen tatsächlich zu Produktivitätssteigerungen und Gewinnen führen, eine Entwicklung, die sich in den nächsten 12 bis 24 Monaten zeigen wird.
Trotz des Tempos empfahl Zipperer, auch Europa mit seinen Potenzialen im KI-Bereich nicht aus den Augen zu verlieren. Vor einer neuen Technologieblase warnte er weniger, da die heutigen Aktienkurse durch ein starkes Gewinnwachstum gestützt werden.
Abschließend empfahl Zipperer eine ausgewogene Anlagestrategie. Trotz geopolitischer Risiken bleiben Aktien und Unternehmensanleihen langfristig interessant, wobei eine breite Streuung über Branchen und Regionen wichtig sei. Eine zu starke Konzentration auf KI berge Risiken, Gold könne als Ergänzung dienen.
Zipperer schloss mit einem Appell an den Wirtschaftsstandort Deutschland, innovativer zu werden. Der Investmenttag verdeutlichte, Geopolitik und Technologie werden die Märkte weiter prägen, doch die internationalen Märkte zeigen sich widerstandsfähig. Für Anleger sind ein langfristiger Blick und eine fundierte Strategie entscheidend. Frederik Schröder lud abschließend dazu ein, für persönliche Beratung die Sparkasse Harburg-Buxtehude aufzusuchen.
