09.09.2026 Aktuelles – Redaktion
Täglich drei bis vier Menschen abgewiesen
DRK-Präsident besucht Harburger Obdachlosenhilfe
Harburg – Wie leistet der DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg Hilfe in existenziellen Notlagen? DRK-Präsident Hermann Gröhe informierte sich bei seinem Besuch über zwei zentrale Bereiche, die Obdachlosenunterkunft Harburg-Huus und das Kriseninterventionsteam (KIT).
Beim Besuch im Harburg-Huus wurde der große Bedarf an Schutz deutlich. Leiterin Julia Malert berichtete: „Wir mussten im vergangenen Winter täglich drei bis vier Menschen abweisen. Uns fehlte schlichtweg der Platz.“ Durch den Umzug an den Martin-Leuschel-Ring soll sich dies ändern. Die Schlafplätze werden von 12 auf 24 verdoppelt, und die Plätze für den Tagesaufenthalt steigen von 30 auf 60.
An Gröhes Seite waren der Harburger DRK-Vorstand Harald Halpick sowie Kreisverbands-Präsident Lothar Bergmann. Sie sprachen über die Anfänge der Unterkunft im Jahr 2018, die als Reaktion auf die Not obdachloser Menschen entstand. Halpick ergänzte, dass das Harburg-Huus anfangs nur durch Spenden und den Kreisverband finanziert wurde, seit 2023 jedoch auch die Sozialbehörde unterstützt. Dennoch bleibt das Huus auf Spenden angewiesen.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Kriseninterventionsteam (KIT). Die 55 ehrenamtlichen Mitglieder werden bei belastenden Situationen wie Unfällen oder Todesfällen alarmiert. Oft wird das KIT von der Polizei zur psychosozialen Akutbetreuung hinzugezogen. Monatlich erreicht das KIT bis zu 60 Einsätze. KIT-Leiter Malte Stüben erklärte: „Die Polizei geht nach zehn Minuten wieder. Wir bleiben auch an Weihnachten oder Silvester meist noch Stunden bei den Betroffenen .“
Sowohl das KIT als auch das Harburg-Huus sind auf Spenden angewiesen. Unterstützung ist unter www.drk-harburg.hamburg/unterstuetzen möglich.
