06.03.2026 Wirtschaft & Verkehr – Redaktion

Veränderungen in der Landnutzung

Erhalt wichtiger Natur- und Landwirtschaftsflächen

Buchholz – Wie groß der Zusammenhang zwischen Entscheidungen der Bauleitplanung in den Kommunen und den Wirkungen auf das Klima ist, hat Stadtplaner Dr. Jens-Martin Gutsche vom Hamburger Büro Gertz Gutsche Rümenapp bei einem Onlinevortrag in Buchholz verdeutlicht. Gutsche sprach auf Einladung des Klimabeirats Buchholz auf dessen jüngster Sitzung über die „Klimawirkung von Landnutzungsveränderungen“.

Vor allem die Neuinanspruchnahme von Flächen sorge für einen deutlichen Anstieg der Treibhausgasemissionen, betonte Gutsche. So sei auf einem mit Hecken und Gehölz bewachsenen Grundstück pro Hektar etwa 56 Tonnen Kohlenstoff gebunden, bei Grünland seien es immerhin noch sieben Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Weitere Emissionen entstünden durch die Herstellung und die Nutzung von Gebäuden und Infrastruktur, dem Umbau und der Instandsetzung von Gebäuden sowie bei deren späteren Abriss. Die Kommunen hätten mithin bei der Auswahl des Standortes, der Dichte der Bebauung sowie der Entscheidung, Nachverdichtung zu betreiben anstatt Neubauten im Außenbereich zu errichten, wichtige Stellschrauben, die die Emissionen und damit auch die Klimawirkungen beeinflussen. Er plädierte dafür, nach dem Motto „viel innen bauen, wenig außen“ zu agieren. Dies diene auch dem Erhalt wichtiger Natur- und Landwirtschaftsflächen, die oft einen hohen Beitrag zum Schutz der Biodiversität leisten.

Gutsche präsentierte den Zuhörerinnen und Zuhörern in der Rathauskantine, darunter erfreulich viele Bürgerinnen und Bürger, neben den Ergebnissen einer druckfrischen Studie des Umweltbundesamtes auch ein Computertool, mit dessen Hilfe die Zuständigen in den Kommunen die Auswirkungen verschiedener Handlungsoptionen auf die CO₂-Bilanz gegeneinanderstellen können. Dieses Tool biete damit die Möglichkeit, schon im Frühstadium von Planungen auf einfache Art und Weise festzustellen, wie gewünschte Stadtentwicklung möglichst umwelt- und klimaschonend erfolgen kann.

Auf der Sitzung des Klimabeirats stellte Baudezernent Manuel Reichel die größeren geplanten Stadtentwicklungsprojekte vor, zum Beispiel den sogenannten Stadteingang West mit etwa 580 Wohneinheiten dies- und jenseits der Bremer Straße oder den Lokgärten an der Wiesenstraße mit bis zu 230 Wohneinheiten, vor.

Der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Buchholz, Nico Wiesmann, berichtet über die Maßnahmen zu den Themen Landnutzung und Landwirtschaft auf dem Klimaaktionsplan. Dazu gehören unter anderem die Erstellung eines Entsiegelungskatasters, die Herstellung von Pflanzenkohle oder die Stärkung des Dialogs mit der Landwirtschaft.

Der Klimabeirat wird im Nachgang zur Sitzung nun erneut eine Empfehlung gegenüber dem Buchholzer Stadtrat und der Stadtverwaltung formulieren, in welcher die wesentlichen Erkenntnisse aus der Sitzung zusammengefasst werden. So hatte es das Gremium zuvor zu den Themen „Klimaanpassung“ und „Wärmewende“ getan.

Am Montag, 4. Mai, ab 19.00 Uhr in der Rathauskantine trifft sich der Klimabeirat Buchholz zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung. Oberthema ist dann „Wirtschaft und Finanzierung“.

Nach oben scrollen