05.03.2026 Aktuelles – Redaktion

Ein anspruchsvolles Szenario

Technische Einsatzleitung probt den Ernstfall

Foto: Landkreis Harburg
Ein anspruchsvolles Szenario mit zahlreichen Schwerverletzten, einem Großbrand und komplexen Abstimmungsprozessen, unter anderem mit der Bundeswehr. Foto: Landkreis Harburg

Die Technische Einsatzleitung (TEL) des Landkreises Harburg hat vor kurzem in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hittfeld gemeinsam mit der Kreisverwaltung und dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr (KVK) eine groß angelegte Katastrophenschutzübung mit zahlreichen Schwerverletzten, komplexen Abstimmungsprozessen und einem Großbrand durchgeführt.

„Die Sicherheit der Menschen im Landkreis Harburg hat für uns oberste Priorität. Im Ernstfall sorgen unsere vielfach ehrenamtlichen Einsatzkräfte mit hoher Professionalität und großem persönlichen Einsatz für Schutz und Hilfe in außergewöhnlichen Lagen“, ordnet Landrat Rainer Rempe die Bedeutung des Übungstages der TEL ein. „Eine Übung dieser Größenordnung macht jedoch deutlich, wie komplex moderne Schadenslagen sein können.

Umso wichtiger ist es, dass wir Zuständigkeiten, Abläufe und Kommunikation regelmäßig proben, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Mein herzlicher Dank geht an alle, die sich dafür engagiert haben.“

Im Mittelpunkt der Übung stand neben einem halbtägigen Schulungsprogramm die Bewältigung eines sogenannten „MANV 50+“, im Fachjargon ein Massenanfall von Verletzen, also eine Katastrophensituation mit mehr als 50 verletzten Personen, durch intensive Stabsarbeit. Grundlage der Übung war ein fiktives, aber durchaus realistisches Szenario in Zusammenhang mit der vor wenigen Wochen tatsächlich in Norddeutschland durchgeführten NATO-Übung „Steadfast Dart 26“. Die Annahme, in Buchholz war bei Möbel-Kraft ein sogenanntes Convoy Support Center, eine Logistikdrehscheibe zur täglichen Betankung, Versorgung und Unterbringung von bis zu 300 Fahrzeugen und rund 600 Angehörigen europäischer NATO-Streitkräfte eingerichtet worden.

Im fiktiven Übungsszenario kam es an einem Samstag um die Mittagszeit zu einer heftigen Verpuffung in einem Küchenzelt mit angrenzendem Verpflegungsbereich, in der sich rund 120 Personen aufhielten. Feuerwehr und Rettungsdienst wurden umgehend alarmiert – Alarmcode „F3Y, MANV50+“, also ein ausgedehnter Brand in einem Sondergebäude mit Menschenleben in Gefahr. Die Situation eskalierte schnell. Mehrere Zelte auf dem Logistikgelände brannten lichterloh. Rauch und Funken drangen ins Innere des angrenzenden Möbel-Kraft-Komplexes ein, der genauso wie weitere umliegende Gebäude dringend evakuiert werden musste.

Landrat Rainer Rempe rief darum um 12.45 Uhr den Katastrophenfall für den Landkreis Harburg aus. Die Technische Einsatzleitung und der Katastrophenschutzstab der Kreisverwaltung wurden alarmiert und übernahmen schnell die Lageführung, um die Versorgung und den Abtransport der Verletzten, die Räumung und Sicherung des Geländes in Abstimmung mit der Bundeswehr über die Fachberater des Kreisverbindungskommandos KVK sowie natürlich das Löschen der Brandherde zu steuern.

Begonnen hatte der intensive Übungstag mit fachlichem Input, etwa zum Umgang der Katastrophenschutzkräfte mit militärischen Sicherheitsbereichen in einem CSC sowie zum Trinkwasser-Notversorgungskonzept des Landes Niedersachsen. Eine große Rolle spielte naturgemäß aber auch die vertiefende Beschäftigung mit dem bewährten MANV-Konzept des Landkreises Harburg.

Am Nachmittag arbeiteten die Mitglieder der Technischen Einsatzleitung das Szenario in mehreren Stunden intensiver Stabsarbeit unter realitätsnahen Bedingungen einsatztaktisch ab. Die Übungsleitung brachte die TEL mit immer neuen gezielten Lageentwicklungen ganz schön ins Schwitzen. Dabei galt es insbesondere, lokale und überregionale Einheiten mit den benötigten Fähigkeiten gezielt anzufordern und zu koordinieren. Geübt wurden unter anderem die Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten sowie die Rollenverteilung innerhalb der TEL.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Kommunikation, Information, Zuständigkeiten und Schnittstellen zur Bundeswehr sowie in der Zusammenarbeit mit dem Katastrophenschutzstab. Am Ende konnten TEL, KVK und Kreisverwaltung ein zufriedenes Fazit ziehen, es war ein herausfordernder Tag mit einem bisher nicht bekannten Szenario, der deshalb zahlreiche wertvolle Erkenntnisse für die Optimierung der gemeinsamen Stabsarbeit mit sich brachte.

Nach oben scrollen