12.01.2026 Aktuelles – Redaktion

Klartext beim Neujahrsempfang

Bekenntnis zu Europa und der Ukraine

Buchholz – Mit der Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, Dr. Iryna Tybinka, als Ehrengast kamen am Sonntag, 11. Januar, rund 250 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Buchholz zum Neujahrsempfang der Stadt in der Empore zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Verantwortung Europas sowie zentrale Zukunftsfragen der Stadt Buchholz.

Dieses Jahr wird bei den kommenden Kommunalwahlen im September ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin gewählt, sodass der 11. Januar zugleich Bürgermeister Jan-Hendrik Röhses letzten Neujahrsempfang markierte. Röhse erinnerte an seinen Besuch in der französischen Partnerstadt Canteleu anlässlich des Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs und betonte die historische Verantwortung Europas bei den Bemühungen um einen dauerhaften Frieden. Angesichts des Krieges gegen die Ukraine unterstrich er den europäischen Zusammenhalt und machte deutlich, dass Freiheit und Demokratie aktiv verteidigt werden müssten. Deutschland sei gefordert, neben Verteidigungsfähigkeit auch Verteidigungsbereitschaft zu entwickeln. Besonders an junge Menschen gerichtet sagte Röhse, dass es sich lohne, die eigene Freiheit zu verteidigen.

Zugleich erinnerte der Bürgermeister an die konkrete Unterstützung der Stadt Buchholz für die Ukraine. Bereits 2022 habe die Stadt zum Beispiel einen Notstromgenerator und Medikamente an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht. Die Menschen in der Ukraine kämpften auch für die Freiheit Europas.

Neben den internationalen Themen sprach Röhse über die kommunalen Herausforderungen in den Bereichen Wohnen, Verkehr, Wahlen und Finanzen. Buchholz bleibe ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Mit Blick auf die Rütgersfläche betonte er, dass die geplanten 1.600 Wohneinheiten das Stadtbild nachhaltig verändern würden und eine Bebauung ohne Ostumfahrung für ihn nicht vorstellbar sei. Angesichts der angespannten Haushaltslage kündigte Röhse für Februar einen Nachtragshaushalt an. Die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen gehe immer weiter auseinander, zusätzliche Aufgaben von Bund und Land sowie die Erhöhung der Kreisumlage belasteten die Stadt erheblich. Gleichzeitig würdigte er die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Einsatz von Landrat Rainer Rempe für den Erhalt der Krankenhäuser in Winsen und Buchholz.

Die Generalkonsulin der Ukraine, Dr. Iyrna Tybinka, zog einen Vergleich zu den jüngsten Stromausfällen in Teilen Berlins. Was die Menschen in der Bundeshauptstadt dort für einige Tage erlebt hätten, sei für die Menschen in der Ukraine seit nunmehr fast vier Jahren bitterer Alltag. Die deutsche Gesellschaft dürfe weder Opfer des Krieges noch Opfer der Angst werden, die Russland gezielt säe. Die Unterstützung durch Partnerstaaten sei für die Menschen in der Ukraine essenziell, um durchzuhalten.

Tybinkas Neujahrsappell an die Gesellschaft lautete: Stärke und Einheit für Frieden und Demokratie. Sie schloss mit den Worten: „Haben Sie keine Angst. Glauben Sie an die gerechte Sache und setzen Sie Ihre Bemühungen fort.“ Die Rede wurde mit Standing Ovations gewürdigt.

Zum Abschluss blickte Röhse auf wichtige Ereignisse in diesem Jahr voraus auf den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar sowie auf anstehende Jubiläen wie 30 Jahre Buchholz Bus, 50 Jahre Stadtfest und langjährige Städtepartnerschaften mit Canteleu in Frankreich, Wohlau in Polen sowie Järvenpää in Finnland. Das wird mit einem großen Fest Ende Mai gefeiert.

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