29.08.2025 Wirtschaft & Verkehr – ein
Kampagne #WareWunder
Mit Carsharing zu Klimaschutz
Alle möchten und müssen mobil sein. Aber gerade auf dem Land ist Mobilität ohne Auto oft schwierig. Doch nicht immer muss es das eigene Auto sein, Carsharing ist oft günstiger und eine der Maßnahmen, mit der sich viel CO2 einsparen lässt. Carsharing ist daher einer der Schlüsselbereiche in der Kampagne #WareWunder des Umweltbundesamtes, an der sich der Landkreis Harburg beteiligt. In der virtuellen Energieagentur des Landkreises, dem Energiewegweiser (www.energiewegweiser.de), werden Tipps und Tricks für bewussten Konsum gegeben. In der siebenteiligen Reihe werden bis März 2026 unter dem Motto „kleiner Aufwand – großer Nutzen“ unregelmäßig sieben Schlüsselprodukte vorgestellt.
Die Entwicklung ist eindeutig, das Carsharing-Angebot wächst stetig. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der Flottenbestand mehr als verdreifacht und immer mehr Menschen nutzen Carsharing. „Carsharing ist mehr als nur ein Trend, es ist ein Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität und wichtiger Beitrag zur Verkehrswende. Es ist praktisch, flexibel, kostensparend und gleichzeitig ein Beitrag zum Schutz unserer Umwelt“, betont auch Oliver Waltenrath, Klimaschutzmanager des Landkreises Harburg. Gerade wenn nicht ständig längere Strecken zurückgelegt werden, lohnt sich Carsharing. Das ist bis etwa 14.000 Kilometer im Jahr der Fall. „Private Pkw stehen durchschnittlich 23 Stunden pro Tag. Besonders in Städten beanspruchen sie so enorm viel Platz, der anders genutzt werden könnte.“
So ersetzt ein Carsharing-Fahrzeug zwischen 5 und 16 private Autos. Hinzu kommt, wer Carsharing nutzt, ändert sein Mobilitätsverhalten und ist daher oft auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto unterwegs. Das bedeutet, weniger Autoverkehr und weniger Umweltbelastung durch Abgase. Studien zeigen, dass mehr Carsharing in Deutschland den Ausstoß an Treibhausgasen um mehrere Millionen Tonnen senken könnte.
Die Zahl der Autos steigt seit Jahren. Aktuell kommen rund 590 Pkw auf 1.000 Einwohner. Nach einer Modellrechnung des Umweltbundesamts würde eine Reduzierung des Autobestands um zehn Prozent, das sind etwa 4,3 Millionen Fahrzeuge, durch Carsharing zu einer Treibhausgas-Einsparung von 3,9 bis 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten jährlich führen. Eingerechnet sind dadurch die geringere Zahl an Autofahrern sowie die geringere Fahrzeugproduktion und -entsorgung. Zum Vergleich, ein Baum bindet im Durchschnitt etwa 10 bis 12 Kilogramm CO2 im Jahr. „Um sechs Millionen Tonnen CO2 zu binden, bräuchte man rund 500 Millionen Bäume. Das ist ein Wald von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns“, verdeutlicht Waltenrath.
Am 1. Januar 2025 boten 297 Unternehmen, Genossenschaften und Vereine 45.400 Carsharing-Fahrzeuge in 1.393 Gemeinden an. Das sind 108 Orte mehr als im Vorjahr. Die Bandbreite reicht von großen gewerblichen Anbietern, die in mehreren Städten mit großen Flotten aktiv sind, bis zu kleinen Vereinen, die Carsharing im ländlichen Raum ehrenamtlich organisieren. Im Landkreis Harburg gibt es aktuell Carsharing-Angebote in Buchholz (BuchholzZero e.V., Dorfstromer e.V.) und in Winsen (Cambio Mobilitätsservice, Stadtwerke Winsen).
Die Kampagne #WareWunder will zum Nachdenken aufrufen, das Mobilitätsverhalten zu ändern und Carsharing zu nutzen oder vielleicht auch selbst aktiv zu werden, damit Carsharing vor Ort eingerichtet wird. Und auch ohne Carsharing kann man klimafreundlich unterwegs sein, beispielsweise bei kurzen Strecken das Fahrrad nutzen oder zu Fuß gehen, öffentliche Verkehrsmittel oder Angebote wie das elbMOBIL nutzen.
Auch ansonsten lässt sich in Fragen des Klimaschutzes durch bewussten Konsum viel erreichen. Wohnen, Essen, Mobilität, Konsum – alles hat Auswirkungen auf Ressourcen, Klima und Artenschutz. „Klimaschutz scheint eine große Herausforderung zu sein. Doch oft sind es die kleinen Entscheidungen und Alltagsgewohnheiten, die einen Unterschied machen und viel bewirken können“, betont Klimaschutzmanager Oliver Waltenrath. „#WareWunder zeigt, wie wir durch nachhaltigen Konsum ohne große Umstellung unserer Gewohnheiten umwelt- und klimaschonender leben können.“
Genaue Details finden sich in den Beiträgen zu #WareWunder unter www.energiewegweiser.de im Bereich Energiesparen und Konsum. Doch auch ansonsten bietet der Landkreis Harburg ein umfangreiches Informationsangebot zu Klimaschutz und Energiefragen. So gibt es Online-Vorträge zu verschiedenen Themen rund um die Gebäudesanierung und erneuerbare Energien, Landkreis und Verbraucherzentrale Niedersachsen bieten regelmäßige kostenfreie Energieberatungen mit unabhängigen und neutralen Energieberatern im Kreishaus Winsen sowie in den Rathäusern Buchholz, Elbmarsch, Hanstedt und Neu Wulmstorf an. Terminbuchungen sind ebenfalls über www.energiewegweiser.de unter der Aktionskachel „Energieberatung im Rat-/Kreishaus“ möglich. Die virtuelle Energieagentur www.energiewegweiser.de des Landkreises bietet zudem weitere Informationen über das vielfältige Klimaschutz-Serviceangebot für den Landkreis Harburg. Wer Sanierungen plant, ist beispielsweise beim FördermittelCheck gut aufgehoben. Dort werden sämtliche Fördermittel für Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen aufgelistet, auch für den Bereich der Elektromobilität. Ansprechpartner sind auch Oliver Waltenrath und sein Team bei der Stabsstelle Klimaschutz des Landkreises Harburg, Telefon 04171 6936601.