26.02.2026 Wirtschaft & Verkehr – Redaktion

Bauarbeiten am Napoleondurchlass

Besondere Bedeutung für die Wirtschafts- und Technikgeschichte

Foto: Landkreis Harburg
Der historische Fußgängertunnel unter der Kreisstraße 85 in Tötensen wird instandgesetzt. Foto: Landkreis Harburg

Ob Napoleon hier wirklich jemand unterwegs war und selbst einen Fuß auf das Bauwerk gesetzt hat, ist nicht verbürgt, im Volksmund gibt es jedoch keinen Zweifel an einer Verbindung zum französischen Kaiser. Der alte Fußgängertunnel unterhalb der Kreisstraße 85 in Tötensen ist der Napoleondurchlass. Und dort stehen jetzt Bauarbeiten an. Sie beginnen am 2. März. Die Instandsetzungsarbeiten dauern voraussichtlich bis zum 27. März.

Doch unabhängig von der historisch nicht verbürgten Nähe zu Napoleon, den der Name suggeriert, zeitlich besteht durchaus eine enge Verbindung, denn im Baujahr 1812 hatte Napoleon gerade seinen Russlandfeldzug verloren und war auf der Flucht gen Westen, bevor seine Herrschaft ein Jahr später dem Ende entgegenging. Doch wie die Geschichte um Napoleon ist auch das Bauwerk selbst ein wenig in die Jahre gekommen. Das ändert sich nun. Der Betrieb Kreisstraßen des Landkreises Harburg setzt das Bauwerk instand, mit dem Fußgänger oder Radfahrer bequem und gefahrlos die Kreisstraße 85 unterqueren können. Der Tunnel verbindet den Birkenweg auf der Ostseite und die Straße „In der Pietsch“ auf der Westseite.

Bei dem Gewölbebauwerk, das seit 40 Jahren auch unter Denkmalschutz steht, handelt es sich um das besterhaltenste und nur geringfügig veränderte Tunnelbauwerk dieser Art im Zuge der historischen Bundesstraße 75. Das Ziegel- und Bruchsteingewölbe hat daher eine besondere Bedeutung für die Wirtschafts- und Technikgeschichte. Sein Sockel besteht dabei aus einem Natursteinmauerwerk, das Gewölbe wurde als Ziegelmauerwerk hergestellt.

Dieses Ziegelmauerwerk wurde später mit einer Spritzmörtelschale verkleidet. Diese Schale liegt allerdings inzwischen teilweise hohl, sie kann dadurch abbrechen und herunterfallen. In Teilabschnitten wurde die Schale daher bereits abgestemmt. Im Gewölbe sind zudem mehrfach tiefe Mauerwerksausbrüche vorhanden.

Bei der Instandsetzung soll die Spritzmörtelschale nun abgestemmt werden. Danach werden wieder Ziegelsteine und nicht mehr im Original vorhandenen Fugen neu verfugt. Der Mörtel der Ziegelsteine wird mit Blick auf den Denkmalschutz wiederverwendet. Außerdem finden Betoninstandsetzungsarbeiten an den Flügelwänden auf der Westseite statt, eine gerissene Fuge am Stirnbauwerk des Ziegelmauerwerks auf der Ostseite wird ausgebessert.

Auf der Kreisstraße 85 kommt es zu keinen Einschränkungen für den Verkehr. Damit Fußgänger und Radfahrer die Kreisstraße sicher und gefahrlos überqueren können, wird eine Bedarfsampel installiert.

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