12.02.2026 Ratgeber – ein

Ausbreitung invasiver Mücken verhindern

Detailreicher Vortrag von Veterinärin Dr. Sonja Wolken

Foto: Stadt Buchholz
Foto: Stadt Buchholz

Buchholz – Neben der bekannten Gemeinen Hausmücke (Culex pipiens) sind seit 2004 in Deutschland sechs invasive Mückenarten im Vormarsch, die potenziell gefährliche Viren wie das Dengue, Chikungunya oder das West-Nil-Virus übertragen können. Diese Zahlen nannte Dr. Sonja Wolken, Veterinärin beim Landesgesundheitsamt, jetzt bei einem detail- und kenntnisreichen Onlinevortrag zum Thema „Mehr Stechmücken durch den Klimawandel?“, zu dem das Klimaforum Buchholz eingeladen hatte.

Wolken rief dazu auf, gerade bei der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) vorsichtig zu sein und die weitere Ausbreitung dieser äußerst aggressiven und tagaktiven Mückenart möglichst zu verhindern. Die Asiatische Tigermücke ist eine mit fünf bis acht Millimetern vergleichsweise kleine Art. Sie hat auf den Beinen fünf Streifen und wird oft mit der ähnlichen, aber deutlich größeren Ringelmücke (Culiseta annulata) verwechselt.

In der Umgebung von Regentonnen, Gießkannen, Eimern, aber auch von Futternäpfen, Vogeltränken oder Sandkastenspielzeug gedeiht die Asiatische Tigermücke gut, ebenso wie bei Gegenständen mit Wasseransammlungen, zum Beispiel Dekoartikel im Garten, Sonnenschirmständer, verstopfte Regen- und Abflussrinnen, Autoreifen und auch in Astgabeln.

Um Mücken fernzuhalten rät Sonja Wolken allen Gartenbesitzerinnen und -besitzern, potenzielle Brutstätten zu beseitigen, beispielsweise Regentonnen mit einem Mückennetz abzudichten, stehende Gewässer wie Vogeltränken oder Planschbecken mindestens einmal pro Woche genauso wie Regen- und Abflussrinnen zu reinigen. Ein weiterer guter Tipp, Gartenteiche naturnah gestalten (Libellenlarven, Wasserkäfer und andere Insekten fressen zum Beispiel Stechmückenlarven).

Sonja Wolken berichtete vom aktiven Mückenmonitoring des niedersächsischen Landesgesundheitsamts. An neun Standorten seien Stechmückenfallen aufgestellt worden.

Zudem warb die Veterinärin für das passive Monitoring, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Wer eine Mücke gefangen beziehungsweise getötet hat und meint, es handele sich eventuell um eine Asiatische Tigermücke, kann von dem Tier ein Foto machen und per E-Mail an vektormonitoring@nlga.niedersachsen.de senden.

Insgesamt begünstige die mit dem Klimawandel einhergehenden höheren Temperaturen sowie häufigere stärkere Regenfälle die Ausbreitung von Stechmücken, betonte Sonja Wolken. Nicht nur die Mücken seien von den Temperaturen abhängig, sondern auch die Erreger, die bei Menschen mitunter schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen können. In Süddeutschland habe sich die Asiatische Tigermücke bereits etabliert und rücke nun in Richtung Norden vor.

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