17.03.2026 Wirtschaft & Verkehr – Redaktion
Ohne 3D-Druck geht es nicht
Fortbildungsreihe im Medienzentrum Landkreis Harburg

Voller Eifer und Motivation sind die Teilnehmer bei der 3D-Druck- Qualifizierung bei der Sache. Foto: Landkreis Harburg
Ein Klick genügt und aus der Idee wird ein reales Objekt. Leise surrt der Drucker, der Druckkopf zieht submillimetergenau seine Bahnen. Langsam entsteht das Bauteil, egal, ob Prototyp, Ersatzteil oder Spielzeug. Was früher manchmal Wochen in der Produktion gedauert hat, entsteht nun innerhalb weniger Stunden. Der 3D-Druck eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Industrie und ist aber mindestens ebenso wichtig in der „Do it yourself“-Perspektive.
„Ohne 3D-Druck hätten wir heute viel weniger Möglichkeiten, Dinge selber in die Hand zu nehmen“, sagt Ekkehard Brüggemann, Leiter des Medienzentrums Landkreises Harburg. „Umso wichtiger ist es, auch Jugendliche frühzeitig mit der Technik vertraut zu machen.“
Damit das gelingen kann, müssen aber auch die Pädagoginnen und Pädagogen fit in dieser neuen Kulturtechnik sein. Damit das gelingt, hat das Medienzentrum eine Qualifizierungsreihe gestartet und verschenkt die 3D-Drucker dazu gleich mit.
Drei Module umfasst die Veranstaltung, an der die Vertreterinnen und Vertreter von weiterführenden Schulen und außerschulischen Bildungsinstitutionen jeweils im Tandem teilnehmen. Das Besondere, die Pädagoginnen und Pädagogen erhalten nicht nur Wissensinput und können den 3D-Druck im DIGILAB des Medienzentrum ausprobieren. Damit sie die Technik anschließend auch gut einsetzen können, erhalten sie im Rahmen des Projekts pro Institution jeweils einen 3-D-Drucker. Damit hat das Medienzentrum einen Nerv getroffen. Mit 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Qualifizierung nach nur 48 Stunden schnell ausgebucht.
Bei der Veranstaltung führten Martin Janik, Medienberater Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), und Ekkehard Brüggemann, Leiter des DIGILAB und für die Medienberatung NLQ tätig, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die 3D-Druck-Technik ein. Intensiv beschäftigte sich die Gruppe mit der Technik und den Voraussetzungen, natürlich auch praktisch.
„Die Bedeutung von 3D-Druck wird immer weiter zunehmen und bewirkt schon jetzt weitreichende wirtschaftliche Veränderungen“, sagt Brüggemann. „Daher ist es von besonderer Bedeutung, den 3D-Druck fächerübergreifend in die Lehrpläne zu integrieren. Das ist auch ein Stück Berufsorientierung und -vorbereitung für die Jugendlichen. Durch den niedrigschwelligen Zugang können Lernende reale Probleme durch digitale Modelle lösen.“
Die Vertreterinnen und Vertreter der Schulen und Bildungsinstitutionen können dem nur zustimmen. Ihnen geht es um praxisnahes Lernen. „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern zukunftsweisende Kompetenzen näherbringen und Spaß und Freude am 3D-Druck entwickeln“, heißt es beispielsweise in einem Statement.
Einige Schulen wollen fortlaufende Projekte zum 3D-Druck starten und beispielsweise Modelle und Bauteile für den Unterricht in Kunst, Physik, Mathematik und Technik/Werken herstellen. Andere haben vor allem die Förderung von Kreativität und technischem Verständnis im Blick.
Das DIGILAB als Medienbildungslabor mit digitalem Schwerpunkt im Medienzentrum in Hittfeld gestaltet exemplarische Bildungssettings für pädagogische Fachkräfte. Dazu gehören auch Qualifikationen für pädagogisch arbeitende Multiplikatoren. Pädagoginnen und Pädagogen haben die Möglichkeit, sich in aktuellen Medientechnologien auszuprobieren, sich auszutauschen und Perspektiven für die eigene Arbeit zu entwickeln, um diese Techniken dann an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Viele Angebote richten sich dabei nicht nur an Schulen, sondern auch und bildungsorientierte Vereine und Jugendpflegeeinrichtungen. Das Medienzentrum initiiert und begleitet Projekte mit Modellcharakter im Landkreis.
