31.01.2026 Ratgeber – Redaktion
Gut für Style, Klima und Umwelt
Nachhaltige Jeans stehen bei WareWunder im Mittelpunkt

Die Jeans, längst ein universelles Kleidungsstück, je nach Kombination lässig oder schick. © Gerd Demitz
Blue Jeans, kaum eine andere Hose hat einen so legendären Ruf. Einst Arbeitshose, wurde sie in den 1950er-Jahre zum Symbol für Jugend, Rebellion und Nonkonformität. Sie ist längst ein universelles Kleidungsstück, das je nach Kombination lässig oder schick gestylt wird. Doch so beliebt die Jeans auch ist, so schädlich ist sie oft für die Umwelt. Der Anbau der Baumwolle, Pestizideinsatz und Wasserverbrauch sowie der Chemikalieneinsatz im Färbeprozess macht die Jeans zu einem der großen Umweltsünder im Kleiderschrank. Aber es geht auch anders. Die Jeans gibt es auch nachhaltig – und damit gut für Style, Klima und Umwelt. Nachhaltige Jeans sind daher einer der Schlüsselbereiche in der Kampagne #WareWunder des Umweltbundesamtes, an der sich der Landkreis Harburg beteiligt.
In der virtuellen Energieagentur des Landkreises, dem Energiewegweiser www.energiewegweiser.de, werden Tipps und Tricks für bewussten Konsum gegeben. In der siebenteiligen Reihe #WareWunder werden bis März unter dem Motto „kleiner Aufwand – großer Nutzen“ unregelmäßig sieben Schlüsselprodukte vorgestellt. Diesmal stehen nachhaltige Jeans im Fokus.
Bei Jeans werden bereits für den Anbau der benötigten Baumwolle immense Mengen an Wasser benötigt, und das oft in Regionen, in denen Wasser ohnehin knapp ist. Zusätzlich kommen große Mengen Düngemittel und Pestizide zum Einsatz, die nicht nur Böden und Gewässer belasten, sondern auch die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter gefährden. In vielen Produktionsländern herrschen prekäre Arbeitsbedingungen. Niedrige Löhne, überlange Arbeitszeiten und ein fehlender Arbeitsschutz prägen die Textilindustrie.
Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind ebenfalls keine Seltenheit. Für viele Konsumentinnen und Konsumenten ist Mode so auch zu einer Frage der sozialen Gerechtigkeit geworden. Denn es geht auch anders. Während für eine einzige herkömmlich produzierte Jeans bis zu 7.000 Liter Frischwasser benötigt werden, das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Wasserverbrauch pro Person in zwei Monaten, und sie unter großem Chemikalieneinsatz erzeugt wird, werden nachhaltige Jeans unter strengeren ökologischen und sozialen Standards produziert. Das bedeutet weniger Wasserverbrauch, weniger Chemikalien und ein fairer Umgang mit den Menschen in der Lieferkette. Zertifikate wie Grüner Knopf, GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Fair Trade Cotton zeigen, welche Jeans nachhaltig hergestellt wurden. Diese Siegel stehen für Transparenz und garantieren, dass Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Und die Auswahl an fair produzierten Jeans wächst stetig. Der örtliche Einzelhandel kann dazu entsprechend beraten.
Immer wieder scheuen Konsumentinnen und Konsumenten angesichts höherer Kosten vor nachhaltigen Jeans zurück. Doch dieser Preis spiegelt den fairen Umgang mit Menschen und Natur wider. „Gleichzeitig sind diese Jeans meist hochwertiger verarbeitet und halten länger“, sagt Waltenrath. Während kurzlebige Fast Fashion auf Massenproduktion, schnelle Trends und niedrige Preise setzt, oft auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten, geht nachhaltige Mode einen anderen Weg, weniger Ressourcenverbrauch, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine bewusste Konsumhaltung.
60 Kleidungsstücke kauft jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr, viele davon, ohne sie wirklich zu nutzen. Jeder ist so durch den Kauf von Textilien für rund 135 Kilogramm CO2 im Jahr verantwortlich. Die Menge entspricht etwa den Emissionen einer PKW-Fahrt von Hamburg nach München.
Die Kampagne #WareWunder will zum Nachdenken aufrufen, im Alltag umwelt- und klimaschonender zu leben. „Klimaschutz scheint eine große Herausforderung zu sein. Doch oft sind es die kleinen Entscheidungen und Alltagsgewohnheiten, die einen Unterschied machen und viel bewirken können“, betont Klimaschutzmanager Oliver Waltenrath. #WareWunder zeigt mit praktischen Tipps, wie wir durch nachhaltigen Konsum ohne große Umstellung unserer Gewohnheiten umwelt- und klimaschonender leben können. Wer bewusst wählt, spart Energie nicht nur zu Hause, sondern bereits bei Herstellung, Transport und Nutzung von Produkten.“
