05.11.2026 Ratgeber – Redaktion
Aktionstag gegen Gewalt
Was tun, wenn`s nebenan knallt?

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Neu Wulmstorf – Gewalt ist kein Schicksal und keine Privatsache, sondern ein gesellschaftliches Problem, das Dialog und Handeln erfordert. Mit der Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ ruft die Gemeinde Neu Wulmstorf zum Handeln auf und macht auf Hilfsangebote aufmerksam. Am 20. November von 9 bis 11.00 Uhr können Besucher am Info-Stand mit einem breiten Aktionsbündnis (unter anderem Bürgermeister Tobias Handtke, Weißer Ring, Frauenhaus Landkreis Harburg, MGH Courage, SoVD Neu Wulmstorf sowie die Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Neu Wulmstorf und der Samtgemeinde Salzhausen) auf dem Marktplatz, um mehr über Zivilcourage zu erfahren, Warnsignale erkennen und gemeinsam das Tabu brechen.
Eine Papiertüte mit Lebensmitteln scheint alltäglich, doch ab dem 20. November erhalten die Marktbesucher ihre Ware eventuell in einer speziell bedruckten Tüte mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ sowie der Nummer des Bundesweiten Hilfetelefons 116016 gegen Gewalt an Frauen.
Mit dieser Aktion wollen wir Menschen erreichen, die in ihrem Umfeld (Nachbarschaft, Verein, Familie) Ungewöhnliches bemerken oder einen Verdacht haben, aber nicht wissen, wie sie helfen können. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen (25. November) erinnert jährlich an diesen Kampf. Ein kleiner Anstoß kann große Wirkung zeigen, Hilfe ist möglich.
Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Mensch Opfer häuslicher Gewalt, vor allem Frauen. Viele Betroffene zweifeln an ihren Erfahrungen oder fühlen sich schuldig. Doch häusliche Gewalt betrifft die gesamte Gesellschaft. Wegzusehen löst das Problem nicht. Schweigen isoliert Betroffene. Ein Gespräch oder die Bereitschaft, hinzusehen, kann der erste Schritt zur Hilfe sein. Niemand sollte aus Angst, Scham oder Abhängigkeit allein bleiben.
Gewalt kann körperlich, psychisch, sexualisiert oder wirtschaftlich erfolgen. Sie betrifft alle gesellschaftlichen Schichten. Jede dritte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Im Jahr 2024 wurden 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, 80 Prozent davon waren weiblich.
