29.10.2026 Aktuelles – ein
Zwölf Jahre Verantwortung für Buchholz
„Ich bin nicht nur Bürgermeister, sondern auch Mensch“

Die Übergabe eines Löschfahrzeugs der Feuerwehr Buchholz an Vertreter der ukrainischen Partnerstadt Brody war für Jan-Hendrik Röhse (2. v.li.) eine Herzensache. Foto: ein
Buchholz – Zwölf Jahre lang prägte Jan-Hendrik Röhse als Bürgermeister die Entwicklung von Buchholz, eine Zeit voller Wachstum, Weichenstellungen und Krisen. Zum 31. Oktober tritt er sein Amt ab und blickt auf eine Ära zurück, die ihn auch persönlich tief bewegt hat.
Röhse ist seit fast 18 Jahren für die Stadt tätig. Nach seiner Ernennung zum Ersten Stadtrat 2009 folgte 2014 seine erste Wahl zum Bürgermeister, die er 2021 verteidigte. Da die Amtszeit ab der Wahl 2026 auf acht Jahre festgelegt ist, entschied er sich gegen eine erneute Kandidatur, um in seinen Beruf als Notar und Anwalt zurückzukehren. In der letzten Sitzung wurde er offiziell aus dem Amt entlassen.
Unter Röhses Führung entwickelte sich Buchholz stetig als Wirtschaftsstandort weiter. Zu seinen Erfolgen zählen der TIP Innovationspark Nordheide sowie das Gewerbegebiet am Trelder Berg. Auch steigende Einwohnerzahlen, eine gute Kita-Versorgung und eine solide Finanzlage gehören zu seiner Bilanz. Sein Fazit: „Wir sind in Buchholz gut aufgestellt.“
Ein zentrales Thema war die Feuerwehr. Basierend auf einem Bedarfsplan von 2012 wurde die Struktur neu ausgerichtet. Neubauten und Erweiterungen sind bereits in Planung. Angesichts des Klimawandels liegt der Fokus verstärkt auf dem Brand- und Bevölkerungsschutz.
Gleichzeitig war seine Amtszeit von Krisen geprägt, der Unterbringung von Geflüchteten (2014 bis 2016) und der Corona-Pandemie ab 2020. Die Umsetzung von Festen und die Kommunalwahl unter Pandemiebedingungen stellten besondere Hürden dar. Die Schützenhalle diente zeitweise als Impfzentrum und später als Unterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine.
Auch menschliche Begegnungen hinterließen Spuren. So hielt er 2015 eine bewegende Ansprache auf Französisch in Canteleu. Mit dem Ukrainekrieg 2022 suchte er aktiv nach Wegen zu helfen, etwa durch die Organisation von Hilfsgütern mit der Partnerstadt Wohlau oder die Partnerschaft mit der ukrainischen Stadt Brody.
Nicht alle Vorhaben ließen sich wie erhofft umsetzen, etwa beim Bau des Mühlentunnels oder der Ostumfahrung. Dennoch blickt er positiv auf die Entwicklung des Baugebiets auf der Rütgersfläche und eine langfristige Infrastrukturplanung.
Seinem Nachfolger Michael Riedel, der am 1. November übernimmt, wünscht Röhse, stets nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln und die Unabhängigkeit des Amtes gegenüber Parteien zu wahren.
Abschließend dankt Jan-Hendrik Röhse der Stadtverwaltung, dem Rat und der Bürgerschaft für das Vertrauen. Seine offizielle Verabschiedung findet am 29. und 30. Oktober statt. „Es war mir eine Ehre, dieses Amt zwölf Jahre lang ausüben zu dürfen“, so sein Resümee.
