10.10.2026 Aktuelles – Redaktion
Gewalt gegen Pflegekräfte
Tipps zum Umgang mit herausforderndem Verhalten

Greta Schlick vermittelte in ihrem Vortrag Praxisnahe Handlungsleitlinien im Umgang mit herausforderndem Verhalten. Foto: ein
Beschimpfungen, anzügliche Bemerkungen, Begrapschen sowie Schläge und Tritte, Gewalt gegen Pflegekräfte hat viele Gesichter. Doch Gewalt durch Pflegebedürftige ist oft ein Tabuthema, obwohl sie häufiger vorkommt als gedacht. Viele Pflegekräfte berichten von Aggressionen, etwa durch demente Bewohner. Die Heimaufsicht des Landkreises Harburg thematisierte dieses Problem kürzlich bei einer Veranstaltung für Mitarbeitende stationärer Einrichtungen und Tagespflegen. Die Resonanz zeigte, dass das Thema einen Nerv getroffen hat.
Wenn Bewohner ihre Bedürfnisse nicht mehr artikulieren können, äußert sich Frustration oft in Aggression. Laut Studien haben zwei Drittel bis zu 80 Prozent der Beschäftigten bereits sexuelle Belästigung oder Gewalt durch Pflegebedürftige erfahren.
In ihrem Vortrag ging Greta Schlick auf den Umgang mit herausforderndem Verhalten und auf Gewaltprävention ein. Als Einrichtungsleiterin vermittelte sie praxisnahe Handlungsleitlinien. Herausforderndes Verhalten sei oft keine bewusste Entscheidung, sondern ein Versuch der Kommunikation, etwa bei Demenz als Reaktion auf eine als unzuverlässig erlebte Umwelt.
Greta Schlick betonte, dass es kein Patentrezept zur Gewaltprävention gibt. Wichtig sei ein Zusammenspiel aus Risiko- und Ressourcenanalyse, Prävention, Intervention und Aufarbeitung. Der Fokus müsse auf der Prävention liegen, etwa durch die Prüfung von Schmerzen, Medikamentenwirkungen oder Ursachen wie Hektik und Lärm im Alltag. Zur akuten Deeskalation könnten Abstand oder Ablenkung helfen.
In einem Praxis-Leitfaden erläuterte Schlick den Pflegeprozess von der Assessment-Erhebung bis zur Evaluation. Zudem gab sie einen Überblick über rechtliche Rahmenbedingungen, Meldepflichten, Selbst- und Fremdgefährdung sowie die Rolle der Leitungskräfte und Dienstvereinbarungen.
