14.09.2026 Kunst & Kultur – ein
A Beautiful Mind
Genie und Wahnsinn bei den Filmtagen
John Nash gilt als brillanter Mathematiker. Doch immer stärker belastet eine schizophrene Psychose sein Leben und seine Beziehung. Extreme Wahnvorstellungen machen es ihm immer schwerer, zwischen Realität und Einbildung klar zu unterscheiden, bis er schließlich in die Psychiatrie eingewiesen wird. Doch mit Hilfe seiner Frau Alicia kämpft Nash gegen die Krankheit und triumphiert nach Jahrzehnten. Ihm gelingt auch beruflich ein Comeback, 1994 erhält er sogar den Nobelpreis. Den Lebens- und Leidensweg Nashs zeigt der Film „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“. Er wird im Rahmen der neuen Sozialpsychiatrischen Filmtage am Mittwoch, 16. September, um 19.00 Uhr im Kinocenter Winsen gezeigt. Der Sozialpsychiatrische Verbund startet damit ein neues Format im Landkreis Harburg und kooperiert mit dem Kinocenter Winsen.
„A Beautiful Mind“ bildet den Abschluss der dreiteiligen Filmtage. Nach der Aufführung wird zur Diskussion mit Fachpersonen eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei und es ist keine Anmeldung erforderlich. Vor Ort kann gern für einen guten Zweck gespendet werden. Regisseur Ron Howard spielt in dem Film mit diesen fließenden Grenzen.
„Was bedeutet es, wenn die eigene Wahrnehmung vollkommen real erscheint, von anderen Menschen aber nicht geteilt wird? Wie kann man mit einem Menschen sprechen, dessen Wirklichkeitserleben stark vom eigenen abweicht? Diese Fragen wollen wir nach dem Film im Gespräch thematisieren“, sagt Aileen Conrad von der Eingliederungshilfe. Auch um die Bedeutung von Vertrauen und tragfähige Beziehungen im Umgang mit schweren psychischen Krisen soll es dann gehen.
„Es geht dabei um ein modernes Verständnis von Recovery. Ein gutes und selbstbestimmtes Leben muss nicht zwangsläufig voraussetzen, dass sämtliche Symptome verschwinden“, fügt Psychologin Daniela Eggers hinzu. „Neben medizinischer und psychotherapeutischer Behandlung können verlässliche Beziehungen, soziale Unterstützung, Arbeit, eine stabile Wohnsituation und gesellschaftliche Teilhabe entscheidend für den persönlichen Genesungsweg sein.“
Viele psychische Erkrankungen sieht man den Betroffenen nicht an, andere sind vermeintlich sofort erkennbar. Bei beiden Varianten ist die Scheu, sich damit tiefer zu beschäftigen, ist groß. Betroffene und Angehörige stoßen häufig auf Vorurteile, Unsicherheit und Ablehnung.
Genau hier setzen die neuen Sozialpsychiatrischen Filmtage im Landkreis an. Sie holen psychische Erkrankungen aus der Tabuzone, auf die Kinoleinwand und in die Mitte der Gesellschaft. Mit ausgewählten Filmen und anschließenden Gesprächen wollen sie informieren, Verständnis wecken und zeigen, dass psychische Erkrankungen jeden Menschen treffen können. Die Sozialpsychiatrischen Filmtage sollen jährlich stattfinden, um Menschen ins Gespräch zu bringen und dadurch Hürden und Tabus, Stigmata und Berührungsängste abzubauen.
