23.07.2026 Ratgeber – Redaktion
Tiermitnahme aus dem Ausland
Mitleid kann zu einem Problem werden
Ein herrenloser Straßenhund oder eine verspielte Katze im Urlaub wecken oft den Wunsch, das Tier mit nach Hause zu nehmen. Doch eine Tiermitnahme aus dem Ausland sollte gut überlegt sein. Der Veterinärdienst des Landkreises Harburg ruft dazu auf, verantwortungsbewusst zu handeln und Tiere nicht spontan zu kaufen oder mitzunehmen.
„Viele Menschen möchten einem Tier ein besseres Leben ermöglichen. Das ist ein ehrenwerter Gedanke“, sagt Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Migration, Ordnung und Verbraucherschutz im Landkreis Harburg. „Dieses Mitgefühl sollte jedoch mit Verantwortung einhergehen. Wer sich vorab bei uns informiert, schützt das Tier sowie die Gesundheit von Menschen und anderen Tieren. Ein Beratungsgespräch vermeidet Enttäuschungen, Erkrankungen oder tierschutzrechtliche Probleme.“
Wer ein Tier aus dem Ausland nach Deutschland bringen möchte, muss je nach Tierart und Herkunftsland unterschiedliche Einreisebestimmungen beachten. Hunde und Katzen müssen beispielsweise eindeutig gekennzeichnet sein, über einen gültigen Tollwutschutz verfügen und die erforderlichen Gesundheitsdokumente mitführen. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, riskiert, dass das Tier nicht einreisen darf, in Quarantäne muss oder zurückgebracht wird. Auch besteht die Gefahr, Tierseuchen wie Tollwut einzuschleppen.
Zudem stammt nicht jedes Tier aus einer Notsituation. Oft steckt organisierter illegaler Tierhandel dahinter. Besonders junge Tiere werden häufig ohne Impfschutz und mit gefälschten Papieren angeboten. Wer spontan kauft, unterstützt unter Umständen kriminelle Strukturen und setzt sich gesundheitlichen sowie rechtlichen Risiken aus.
Wer ein Tier aus dem Ausland adoptieren möchte, sollte sich vorab beraten lassen. Das Veterinäramt in Winsen, Telefon 04171 693-466 oder E-Mail veterinaerdienst@lkharburg.de informiert über die geltenden Einreisevorschriften. Zudem sollte man die Haltungsbedingungen und die langfristige Verantwortung prüfen.
Wer ein Tier dauerhaft umsorgen möchte, findet auch in der Region gute Gelegenheiten. In lokalen Tierheimen warten zahlreiche Tiere auf ein neues Zuhause, ganz ohne lange Transportwege und rechtliche Risiken.
