20.06.2024 – Gerd Demitz

Wo Touristenfallen lauern

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Foto: Gerd Demitz
Wer im Ausland Urlaub macht, möchte sich entspannen und keine Sorgen um sein Hab und Gut machen. Foto: Gerd Demitz

Fast jedes Land hat seine eigenen, auf Urlauber spezialisierten Betrugsmaschen. Ob überhöhte Touristenpreise in Restaurants oder Taxis, übergriffige Nelkenfrauen oder flinke Autodiebe. Es ist in jedem Fall hilfreich, sich vor Antritt einer Reise darüber zu informieren, welche Tricks die Betrüger im Urlaubsland einsetzen.

Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude ist groß. Doch am Reiseziel angekommen, entpuppt sich das Hotel oder die Ferienwohnung als Reinfall oder – noch schlimmer – existiert gar nicht. Für Klarheit, ob eine Unterkunft überhaupt existiert, sorge beispielsweise Google Maps, so der ADAC. Dazu raten auch die Verbraucherzentralen. Um herauszufinden, ob das Hotel tatsächlich am Strand liegt, der beworbene Pool vorhanden ist oder generell die Angaben mit den Werbefotos übereinstimmen, helfen Satellitenaufnahmen. Bei Privatunterkünften sollten gerade sehr professionell anmutende Fotos Verbraucher aufmerken lassen. Gleiches gilt, wenn das Gegenteil der Fall ist – also es keine Bilder oder kaum Angaben zur Wohnung gibt.

Auch Urlauber-Abzocke mit völlig überteuerten Preisen im Restaurant oder Kostenfallen beim Mietwagen kommt an beliebten Reisezielen häufig vor und kann einem die Ferienzeit mächtig verderben. Eigentlich sollte der Urlaub die schönste Zeit des Jahres sein. Doch die Urlaubsfreude wird schnell getrübt, wenn man Opfer eines Betruges oder Diebstahls wird. Gerade in großen Städten, an Touristenattraktionen und beliebten Stränden fallen viele Urlauber auf Abzocker herein. In Metropolen und Tourismushochburgen sollte man sich vor Taschendieben in Acht nehmen, EC- und Kreditkarten sowie Bargeld niemals zusammen aufbewahren und Taschen vor dem Körper tragen. Wer auf der Straße vermeintliche Geschenke wie Blumen oder Schmuck annimmt, kann dabei sehr schnell auf Trickbetrüger hereinfallen. Experten der Automobil-Clubs raten zudem, bei einer Mietwagen-Buchung keinen unnötigen Zusatzversicherungen zuzustimmen. Ebenso gilt es, Speisekarten aufmerksam zu lesen, keine Gerichte ohne Preisangabe zu bestellen und auf zusätzliche Servicegebühren zu achten.

Natürlich möchte jeder seinen Urlaub genießen und nicht hinter jeder Person einen Dieb oder Betrüger vermuten. Die meisten „Einheimischen“ sind Touristen gegenüber freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Dennoch sollte man sich ein gesundes Misstrauen bewahren und grundsätzliche Sicherheitsregeln beachten. Auch sollte niemand vergessen, dass sich betrügerische Vorgehensweisen ändern können – der Fantasie und dem Einfallsreichtum von Kriminellen sind keine Grenzen gesetzt. In jedem Fall ist Vorsicht und ein gesundes Misstrauen geboten, besonders, wenn man die Sprache eines Landes nicht spricht.

Die Möglichkeiten, sich vor einer Reise gegen Diebstahl, Raub oder Trickbetrug abzusichern, sind begrenzt. Reisegepäckversicherungen jedenfalls sind laut Stiftung Warentest recht teuer und in ihren Leistungen oft unzureichend. Durch die strengen Auflagen sind viele Dinge vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Für bestimmte Wertsachen wie Schmuck oder elektronische Geräte gelten noch einmal besondere Regeln. Besser ist es, die Mitnahme von Wertsachen bei Reisen auf das Notwendigste zu beschränken.

Millionen deutscher Touristen erliegen jeden Sommer dem Reiz, stapelweise abgekupferte Designerartikel oder Kosmetika aus den Ferien mitzubringen. Ob Poloshirts von Ralph Lauren, Parfüm von Dolce & Gabbana, Rolex-Uhren, Michael-Kors-Handtaschen, Sonnenbrillen von Ray Ban. In vielen Urlaubsländern locken an jeder Ecke Fälschungen bekannter Luxusmarken zum Spottpreis. Bei Uhren sind die Kopien mittlerweile so gut, dass man als Laie äußerlich kaum die Echtheit erkennen kann. Kaum jemand wird selbst die Batterie in einer Uhr wechseln, für die er unter Umständen sogar eine Menge Geld gezahlt hat. Und schon beim ersten Batteriewechsel könnten Falsifikate vom Juwelier gegebenenfalls einbehalten werden. Dann ist beides weg… die Uhr und das Geld. Und was man im Urlaub keinesfalls kaufen sollte, das ist „angeblich echter” Schmuck.

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