23.05.2024 – Gerd Demitz

… und am Ende gewinnen die Deutschen

Fußball-EM 2024 – Was ist am Arbeitsplatz erlaubt?

Foto: Gerd Demitz
Einige Fans hat schon jetzt das Fußballfieber gepackt. Foto: Gerd Demitz

„Ein Spiel dauert 90 Minuten – und am Ende gewinnen immer die Deutschen“, so ähnlich äußerte sich 1990 der ehemalige englischer Fußballspieler Gary Lineker. Doch wird sich diese These bei der diesjährigen Fußball-EM bewahrheiten?

Die Spiele bei der in Deutschland stattfindenden Fußball-EM vom 14. Juni bis 14. Juli fallen für viele Arbeitnehmer in die reguläre Arbeitszeit. Was bedeutet das für fußballbegeisterte Arbeitnehmer? Ein Recht auf Freistellung oder einen Anspruch auf Sonderurlaub während der EM gibt es nicht. Die Fußball-EM stellt somit arbeitende Fußballfans vor besondere Herausforderungen.

Wenn am 14. Juni die Fußball-EM startet, beginnt für viele Fußballfans wieder der Ausnahmezustand. Das Leben wird minutiös um den EM-Spielplan herum gebaut und so manchen Super-Fan bekommt man für Wochen quasi gar nicht zu Gesicht. Blöd nur, dass die meisten Fußballbegeisterten ja auch noch einen Job haben, der in der Regel nur wenig Rücksicht auf den EM-Spielplan nimmt. Die Spiele auf der Arbeit zu schauen ist da manchmal die einzige Möglichkeit, nichts zu verpassen. Doch ist das überhaupt erlaubt und was sollten Arbeitnehmer lieber nicht tun?

In der Regel starten die Partien um 15.00, 18.00 oder 21.00 Uhr, bei den meisten Arbeitnehmern sollte also nur das Ende des Arbeitstages betroffen sein. Zudem spielt die deutsche Nationalmannschaft jeweils nur um 18.00 oder 21.00 Uhr, hier gibt es also noch weniger Kollisionen mit den normalen Arbeitszeiten der meisten Werktätigen.

Wer plant, während der Arbeitszeit die Spiele der Europameisterschaft zu verfolgen, sollte sich eine Sache bewusst machen, ein unerlaubter Fernseher am Arbeitsplatz ist ein Kündigungsgrund. Wer also direkt an seiner Arbeitsstätte in der Lage sein möchte, die Spiele zu verfolgen, muss sich dafür vorher die Erlaubnis des oder der Vorgesetzten einholen. Lediglich, wenn am Arbeitsplatz normalerweise sowieso ein Fernseher steht, kann man davon ausgehen, dass man auch während der Arbeitszeit nebenher Fußball schauen darf.

Für einen Internet-Stream gilt prinzipiell das Gleiche. Wenn dieser zudem auf dem Arbeitsrechner läuft, statt auf einem privaten Gerät, dann ist das besonders problematisch – schließlich gelten für die Benutzung von Arbeitsgeräten besondere Regeln. Ausnahmen müssen auch hier explizit genehmigt sein. Und kann der Chef verbieten, im Fußball-Trikot zur Arbeit zu erscheinen? Auch während der Europameisterschaft ist die übliche Etikette am Arbeitsplatz einzuhalten. Der Arbeitgeber kann erwarten, dass seine Angestellten in branchenüblicher Kleidung erscheinen – insbesondere wenn sie häufig Kontakt mit Kunden haben. Wer also stets im Anzug, Kleid oder Kostüm am Arbeitsplatz erscheint, sollte daran auch während der EM nichts ändern.

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