10.06.2024 – Gerd Demitz

Sie verstehen sich blind

„Wir sind da, wo wir gebraucht werden“

Foto: DRK
Freitagabend am „GW San“: Ein Team der Kreisbereitschaft mit Florian Peters. (li.) Foto: DRK

Harburg – An einem Freitagabend stehen Florian Peters und seine jungen Helferinnen und Helfer an einer Fahrzeughalle in Harburg neben dem „GW San“, dem „Gerätewagen Sanitätsdienst. Sie checken jedes Fach mit Verbandsmaterial, prüfen technisches Gerät, lassen das laut tuckernde Aggregat laufen. Hier sitzt jeder Handgriff. Muss auch. Den Pieper tragen alle am Gürtel. Denn Einsätze können 24/7 kommen.

Im Notfall für Andere sofort am Start zu sein – egal wann, egal wo, egal wie lange – ohne Bezahlung, immer ehrenamtlich: Das ist die Kreisbereitschaft des DRK Harburg. Leiter Florian Peters hat in seinem Team 60 Freiwillige, die mit ihm in den Einsatz gehen, wenn beim Katastrophenschutz „Großschadenslagen“ passieren oder für geplante Veranstaltungen ein Sanitätsdienst nötig ist.

Der 33jährige sieht es sachlich: „Wir sind da, wo wir gebraucht werden“, erklärt er. „Das heißt, wir unterstützen dabei, im Notfall medizinisch zu versorgen, Menschen bei Weltkriegsbombenfunden zu evakuieren oder ergänzen die Kräfte des Rettungsdienstes. Außerdem errichten wir Notunterkünfte und versorgen dort die Betroffenen.“

Aber auch, wenn Menschen bei Groß-Events im Stadion feiern oder beim Hafengeburtstag umherschlendern, erkennt man seine Helferinnen und Helfer an den roten Rucksäcken, mit denen sie als Duos im Getümmel bereitstehen. „Bei solchen geplanten Einsätzen übernehmen wir die medizinische Versorgung. Vom kleinen Schnitt im Finger, der mit einem Pflaster versorgt wird, bis hin zum lebensbedrohlichen Notfall“, so Peters.

Er macht das Ganze seit 15 Jahren, im Hauptberuf ist er Industriemeister bei einem Luftfahrtunternehmen. „Zu Bundeswehrzeiten habe ich das erste Mal von der Kreisbereitschaft gehört. Und dann ging alles ganz schnell, nach dem ersten Infoabend gehörte ich dazu“, erzählt Peters. Seitdem gehen viele Stunden für das DRK drauf. 2023 war die Kreisbereitschaft mitsamt ihrer komplett durch Spenden finanzierten Ausrüstung 6.500 Stunden im Einsatz.

Auch die Wasserwacht mit dem Motorrettungsboot und die Quad-Staffel mit geländegängigen Maschinen gehören zu dieser Abteilung des DRK Hamburg-Harburg. Beides wird oft gebraucht, etwa bei der Vermisstensuche. „Wir arbeiten aber auch eng mit den Ehrenamtlichen anderer DRK-Verbände zusammen. Sonst ginge es nicht. Das ist eine Gemeinschaft und dieses Gefühl trägt uns“, findet Peters.
Wer ehrenamtlich bei der Kreisbereitschaft unterstützen will, kann sich informieren bei Tobias Steuer, DRK-Koordinator Ehrenamt, Tel. 040 766092-64, Mail: t.steuer@drk-harburg.hamburg oder unter www.drk-harburg.hamburg/kreisbereitschaft.

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