09.07.2024 – Gerd Demitz

Nachpflanzungen im Herbst

Unterbrochener Waldumbau wird fortgesetzt

Foto: Landkreis Harburg
Wo heute noch Nadelgehölze vorherrschen, prägen künftig naturnahe Buchenmischwälder die Szenerie. Foto: Landkreis Harburg

Seit 1. Juli steht die 283 Hektar große, einzigartige Naturlandschaft Wulmstorfer Heide mit dem Bornberg unter Naturschutz – und das aus gutem Grund. Wo früher Panzer auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes „Röttiger Kaserne“ den Boden durchpflügten, finden bedrohte Arten wie Kreuzotter oder Heidelerche heute mit Heide, Magerrasen, Wald- und Feuchtgebieten beste Lebensbedingungen und wir Menschen gleichzeitig ein attraktives Naherholungsgebiet vor. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg (NLH) sorgt auf ihren dortigen Flächen mit vielfältigen Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser wertvollen Lebensräume. Unter anderem durch eins der größten Waldnaturschutzprojekte im Landkreis Harburg, das nun Anfang August fortgesetzt wird.

Im vergangenen Winter hatte die Forstbetriebsgemeinschaft Jesteburg im Auftrag der NLH am Bornberg mit der Wiederherstellung eines naturnahen und abwechslungsreichen Eichen- und Buchenmischwalds begonnen. Zunächst müssen dafür ökologisch wenig wertvolle Nadelgehölze wie Kiefern, Fichten und Douglasien entfernt werden. Wegen der zu nassen Witterung konnten die Baumfällarbeiten nicht bis ins Frühjahr abgeschlossen werden. Die steilen Hänge des 83 Meter hohen Bornbergs waren nicht befahrbar. Die Arbeiten sollen nun, nach Ende der Brut- und Setzzeit, ab Anfang August fortgesetzt werden. Wenn das Wetter es zulässt, beginnt die Gehölzentnahme voraussichtlich am 5. August, weitere witterungsbedingte Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen. Auf den aufgelichteten Flächen werden anschließend im Herbst mehrere tausend heimische Laubbäume wie Rotbuche, Winterlinde, Spitzahorn oder Hainbuche nachgepflanzt.

In einigen Jahren sorgen diese ökologisch wertvollen Wälder aus Buchen, Ahorn und Linde dann auf 50 Hektar im Sommer für eine angenehme Kühle, sie erhöhen die Grundwasserneubildung und sind besser gegen die Folgen der Klimakrise geschützt als Kiefern. Künftig werden die Bornbergwälder zudem allein unter Natur- und Klimaschutzaspekten gepflegt – und bieten wertvollen neuen Lebensraum für Arten wie Schwarzspecht, Trauerschnäpper und Waldlaubsänger sowie viele Waldfledermausarten.

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