15.06.2024 – Gerd Demitz

Einblicke in die Geschichte

Mitmachen beim Tag des offenen Denkmals

Foto: Landkreis Harburg
Das markante Gebäude am Elbdeich in Stelle in eines der Denkmale, die am Tag des offenen Denkmals zugänglich sind. Foto: Landkreis Harburg

Eigentlich war sie mit der Familie auf dem Weg ins Schwimmbad. Doch als sie das „Zu verkaufen“-Schild an dem alten Bauernhaus sah, war Anna Birk gleich elektrisiert. Die Familie stoppte, eine Besichtigung folgte – und es war Liebe auf den ersten Blick. Das markante Backsteingebäude von 1902 direkt hinter dem Elbdeich in Stelle begeisterte Anna Birk ebenso wie die Familie. Und bei allen Renovierungsarbeiten achteten sie darauf, dass Charakter und Historie des Hauses erhalten bleiben. Einen Einblick können Interessierte beim Tag des offenen Denkmals am 8. September erhalten. Denn dann öffnet die Familie ihr Haus in der Rosenweide 28 in Stelle, ebenso wie viele andere Denkmale im Landkreis Harburg, die so ganz besondere Einblicke in die Geschichte bieten.

Bundesweit öffnen sich am zweiten Sonntag im September den Besucherinnen und Besuchern am Tag des offenen Denkmals Türen und Tore zu alten und bedeutenden Gebäuden, Garten- und Landschaftsdenkmalen. Viele davon sind in Privatbesitz und sonst nicht zugänglich. Wer selber als Veranstalter beim Tag des offenen Denkmals dabei sein möchte, hat noch bis zum 30. Juni Zeit, sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstalter für das offizielle Programm anzumelden. Aber auch danach besteht natürlich die Möglichkeit, sich mit seinem Denkmal zu beteiligen. Dazu kann man sich einfach beim Landkreis melden. „Wir würden uns natürlich sehr darüber freuen, wenn sich auch im Landkreis Harburg wieder möglichst viele Denkmale und vor allem auch die Menschen, die dahinterstecken, präsentieren. Wir haben im Landkreis nicht nur viele sehenswerte Denkmale, sondern auch viele sehr engagierte Personen und Vereine, die diese pflegen und erhalten und deren Einsatz es verdient hat, von einem breiten Publikum wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden“, sagt Caroline Kleinert, Denkmalschutzbeauftragte bei der Kreisverwaltung.

Für Anna Birk war es keine Frage, sich an dem Denkmaltag zu beteiligen. „Wir sind offene, gesellige Menschen und wollen damit auch andere inspirieren, dass es sich lohnt, alte Sachen zu erhalten“, sagt sie. Vielleicht bilde sich so auch ein Netzwerk von Menschen, die sich für solche Denkmale interessieren.

Familie Birk hat die Wahl für das alte Backsteinhaus trotz aller Arbeit keine Sekunde lang bereut. „Das war eine gute Entscheidung. Das Haus hat Geschichte, das hat so viel erlebt“, sagt sie. Das spüre man, und dadurch gebe es viel zu entdecken. Die denkmalgeschützten alten Fliesen in der Küche mit dem Spruch „Morgenstunde hat Gold im Mund“ in großen grünen Lettern gehören dazu – „da gucke ich jeden Tag voller Freude beim Kaffee drauf“ –, die alten, 120 Jahre alten Holztüren mit Verzierungen, aber auch Relikte aus der früheren landwirtschaftlichen Nutzung des Gebäudes oder eine alte Lampe im damaligen Schweinestall.

Mehr als 1000 festgestellte Denkmale gibt es im Landkreis Harburg. Als Denkmal gelten aber nicht nur prächtige Schlösser, imposante Kathedralen oder beeindruckende Burganlagen, sondern vielmehr Gebäude oder auch Parks und Friedhöfe, die eine geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche oder städtebauliche Bedeutung haben. Das kann die Mühle ebenso sein wie eine Scheune, das Eisenbahnviadukt ebenso wie ein altes Bauerngehöft, ein Backhaus oder eine Kopfsteinpflasterstraße, aber auch das Wohnhaus aus den 1950er-Jahren. Der Tag des offenen Denkmals zeigt die Vielfalt.

Besucherinnen und Besucher finden das komplette Programm online und in einer App. Außerdem haben die Veranstaltenden die Möglichkeit, sich mit kostenfreiem Werbematerial ausstatten zu lassen. Alle Informationen rund um den Aktionstag, die Anmeldemöglichkeiten und Rahmenbedingungen finden sich unter www.tag-des-offenen-denkmals.de. Bei offenen Fragen steht Caroline Kleinert als Denkmalschutzbeauftragte unter Tel. 04171 693581 oder E-Mail an c.kleinert@lkharburg.de zur Verfügung.

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