11.06.2024 – Gerd Demitz

Armut kann jeden treffen

„Foodday“ hat sich etabliert

Foto: Gemeinde Seevetal
Meckelfelds stellvertretende Ortsbürgermeisterin Manuela Bunde (Mitte) zusammen mit Stefan Mundt und Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede. Foto: Gemeinde Seevetal

Meckelfeld – „Wir brauchen dringend weitere Spenden für unseren ‚Foodday‘ in Meckelfeld“, appelliert Meckelfelds stellvertretende Ortsbürgermeisterin Manuela Bunde an die Bevölkerung. „Öl, Zucker, Mehl, Milch und Eier werden am stärksten nachgefragt“, so die umtriebige Organisatorin, „gerne werden auch Duschgel, Zahnpasta, Zahnbürsten und Shampoo entgegengenommen.“

Der „Foodday“ wurde erstmals im Oktober 2023 durchgeführt. Seitdem werden einmal im Monat im Helbach-Haus in Meckelfeld Lebensmittel und Drogerieprodukte an bedürftige Seevetalerinnen und Seevetaler ausgegeben. Mittlerweile sind es über 170 Personen, die sich monatlich versorgen. „Es muss keiner eine falsche Scham haben bei uns vorbeizukommen. Armut kann jeden treffen“, so Manuela Bunde. Es muss lediglich einmalig der Pass und eine Bescheinigung vorgelegt werden, dass das monatliche Einkommen unter 1.200 € liege. Eine Karte berechtigt dann dazu, sich einmal im Monat mit dem Nötigsten zu versorgen. Für 2 Euro erhält man dann einen Einkaufskorb, den man dann nach eigenen Bedürfnissen und nach Verfügbarkeit der Waren füllen kann.

Die Annahme von Spenden erfolgt am jeweiligen Vortag des „Fooddays“ von 18.00 bis 19.00 Uhr ebenfalls im Helbach-Haus. Stefan Mundt, zweiter Vorsitzender des Karoxbosteler Mühlenvereins und ebenfalls beim „Foodday“ engagiert, berichtet, dass ab sofort auch jeden Sonnabendvormittag in der Karoxbosteler Wassermühle Spenden entgegengenommen werden. „Wir suchen auch noch weitere Standorte, wo Spenden unkompliziert abgegeben werden können“, so Stefan Mundt. „Gerade für länger haltbare und für Hygieneartikel bietet sich diese Lösung an. Toll wäre es, wenn diese Waren dann regelmäßig ins Helbach-Haus gebracht werden könnten. Wir holen aber auch ab“, so der Mühlenaktivist und ergänzt: „Wir wollen auch Spendendosen aufstellen. Auch hierfür suchen wir noch Standorte“.

Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede ist dankbar für dieses Engagement: „Das Zusammenspiel von Verwaltung und Ehrenamtlichen läuft unglaublich toll, mein großer Dank geht an Manuela Bunde, die hier mit ihrem Team etwas ganz Großartiges geschaffen hat“, so die Bürgermeisterin. Unkompliziert konnte die Verwaltung eine Teilfläche im Helbach-Haus für die Lebensmittelausgabe zur Verfügung stellen. „Der hierfür notwendige Bodenbelag wurde von Meckelfeldern gespendet, dafür meinen herzlichen Dank!“, so Emily Weede und weist weiter darauf hin, dass sich im Foodday-Team auch Geflüchtete engagieren, die bei der Ausgabe helfen und auch ihre Übersetzungsdienste anbieten. „Das ist gelebte Integration“, lobt die Bürgermeisterin.

Um Missverständnissen vorzubeugen appellieren die Aktiven übrigens daran, keine abgelaufenen Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. „Dies hat etwas mit Respekt und Würde zu tun“, so Emily Weede. Stefan Mundt ergänzt: „Wir stellen die Menschlichkeit über alles.“ Für Fragen rund um das Thema „Foodday“ steht Manuela Bunde unter 040 768 1000 gerne zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es auch auf Facebook in der Gruppe „Foody Seevetal“.

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