09.06.2026 Kunst & Kultur – Redaktion
Geschichte eines Wohnortes
Von Behelfsheimen zur Siedlung Falkenberg

Der Blick vom Falkenberg in den 1960er Jahren. Foto: ein
Ehestorf – Im Freilichtmuseum am Kiekeberg stellt Autorin Monika Blankenheim am Sonntag, dem 21. Juni, um 12.00 Uhr ihr Buch „1943 – 9 Personen – 40m². Geschichten, Menschen und Gebäude“ vor. Sie beschäftigt sich darin mit 80 Jahren Geschichte der Siedlung Falkenberg in Neugraben. Die Autorin thematisiert den Einsatz von Zwangsarbeitern und weiblichen Konzentrationslager-Häftlingen beim Bau der Behelfsheime und beschreibt die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner während des Kriegs und in der Nachkriegszeit. Nach einer Begrüßung von Museumsdirektor Stefan Zimmermann erzählt Monika Blankenheim die Geschichte der Siedlung Falkenberg und beantwortet Fragen aus dem Publikum. Die 90-minütige Veranstaltung ist im regulären Museumseintritt von 12 Euro für Erwachsene enthalten. Mitglieder des Fördervereins des Freilichtmuseums und Personen unter 18 Jahren erhalten immer freien Eintritt ins Museum.
Das Buch ist ab dem Tag als Band 110 der Schriften des Freilichtmuseums am Kiekeberg im Museumsladen für 27,50 Euro erhältlich. Die Herausgabe übernimmt der Förderverein des Museums.
Monika Blankenheim, Jahrgang 1951, wuchs in Hamburg auf und verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit im Behelfsheim ihrer Großeltern in der Falkenberg-Siedlung. Ende 2020 begann sie mit der Erforschung der Geschichte des Wohngebiets. Nach den Luftangriffen auf Hamburg 1943 entstanden in Stadtnähe mehrere Behelfsheimsiedlungen, in Neugraben zogen ausgebombte Arbeiter der Rüstungsindustrie und ihre Familien ein. Doch ihre Realität unterschied sich von der Propaganda, die Bauten oft nicht fertig und ohne die angepriesene Ausstattung. Weil Wohnraum knapp blieb, setzten sich zahlreiche Bewohner für den Erhalt ein. In den 1960er-Jahren wurden die ehemaligen Behelfsheime mit Unterstützung des Hamburger Senats zu Einfamilienhäusern ausgebaut. Die Siedlung entwickelte sich über Jahrzehnte weiter. Seit 1992 steht sie unter Milieuschutz.
